Vida Samadzai - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Vida Samadzai

Die 25-jährige Studentin über ihre Rolle als Miss Afghanistan
• aus DER SPIEGEL 51/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Das oberste afghanische Gericht droht immer noch, Sie wegen Ihrer Teilnahme am Miss-Earth-Wettbewerb strafrechtlich zu verfolgen. Sind Sie überrascht?

Samadzai: Ja. Mir war zwar klar, dass mein Bikini-Auftritt keine Begeisterung auslösen wird. Aber mit einer so harten Reaktion habe ich nicht gerechnet. Es zeigt, dass die Hardliner in Kabul immer noch nicht bereit sind, sich den veränderten Bedingungen anzupassen. Viele junge Frauen in Afghanistan sind modebewusst und lieben es, sich zu schminken. Aber sie sind noch verunsichert, viele trauen sich bis heute nur mit Burka in die Öffentlichkeit. Zehn Jahre Unterdrückung vergisst man nicht so schnell.

SPIEGEL: Wer hat Sie zur Miss Afghanistan gekürt?

Samadzai: Ich wurde von verschiedenen Schönheitswettbewerb-Veranstaltern in den USA dazu ernannt. Dort lebe ich seit 1996. Die Chance habe ich genutzt, weil ich mit meinen internationalen Auftritten den Frauen in meiner Heimat Mut machen kann. Immerhin bin ich die erste Afghanin nach über 30 Jahren, die diesen Titel trägt.

SPIEGEL: Woher wissen Sie, dass die afghanischen Frauen Ihr Engagement schätzen?

Samadzai: Von Freunden weiß ich, dass das Bedürfnis, zu studieren, einem Job nachzugehen und beim Wiederaufbau des Landes zu helfen, sehr groß ist. Und dass sie über jede Unterstützung von außen froh sind.

SPIEGEL: Denken Sie daran, Ihre Heimat zu besuchen?

Samadzai: Die nächsten Monate sicher nicht. Das wäre zu gefährlich, die Leute dort meinen es ernst. Aber ich bin sicher, dass sich mein Fall in ein paar Jahren wieder beruhigt hat. Bis dahin werde ich mir von niemandem verbieten lassen, an Miss-Wahlen teilzunehmen.

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