Wie Tschernobyl: Japan erwägt höchste Gefahrenstufe für Fukushima - DER SPIEGEL
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Wie Tschernobyl Japan erwägt höchste Gefahrenstufe für Fukushima

Die Katastrophe von Fukushima könnte bald als ähnlich folgenschwer gelten wie Tschernobyl. Laut einer Nachrichtenagentur prüft das Land, die Auswirkungen auf der höchsten Stufe der internationalen Skala einzustufen - als einen Unfall "mit schwersten Folgen für Menschen und Umwelt".
Katastrophen-Kraftwerk Fukushima Eins: Höchste atomare Gefahr für Mensch und Umwelt?
Katastrophen-Kraftwerk Fukushima Eins: Höchste atomare Gefahr für Mensch und Umwelt?

Katastrophen-Kraftwerk Fukushima Eins: Höchste atomare Gefahr für Mensch und Umwelt?

Foto: AP/ TEPCO
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Tokio - Japan überlegt einem Bericht zufolge, die Auswirkungen der Atomkatastrophe von Fukushima deutlich ernster als bisher einzustufen. Es gebe Planungen, die Krise auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse auf Stufe 7 statt 5 einzuordnen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag.

Die Atomaufsicht vermute, dass die Menge des freigesetzten radioaktiven Materials für mehrere Stunden die Grenze von 10.000 Terabecquerel überschritten habe. Damit müsste der Unfall mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gleichgesetzt werden, der ebenfalls mit 7 bewertet wurde - der höchsten Stufe auf der Skala.

Die siebenstufige Ines-Skala (International Nuclear and Radiological Event Scale) wurde nach der Tschernobyl-Katastrophe geschaffen, um die Öffentlichkeit einheitlich über die Schwere eines Atomunfalls zu informieren. Bislang bekam nur der schwere Tschernobyl-Unfall die höchste Einstufung. Ein mit 7 eingeordneter Vorfall bezeichnet einen katastrophalen atomaren Unfall mit schwersten Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld.

Ein Sprecher der Atomaufsicht sagte, die Krise in Fukushima werde weiterhin mit der Stufe 5 eingeschätzt. Ihm seien keine anderslautenden Pläne der Regierung bekannt. Bisher gilt für drei Meiler im AKW Fukushima Eins die Ines-Stufe 5. Diese bedeutet nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS): Begrenzte Freisetzung von radioaktiven Stoffen und Einsatz einzelner Katastrophenschutzmaßnahmen.

Die Reaktoren in Fukushima sind auch vier Wochen nach dem schweren Erdbeben und Tsunami nicht unter Kontrolle. Japan hatte am Montag angekündigt, weitere Gebiete evakuieren zu lassen. Am Montag - genau einen Monat nach der Katastrophe - erschütterte ein weiteres Erdbeben Japan und löste neue Probleme in Fukushima Eins aus. Der neue Erdstoß mit der Stärke 7,0 unterbrach die Stromversorgung des Atomkraftwerks. Die Kühlung der kritischen Reaktoren 1 bis 3 fiel für 50 Minuten aus. Das Abpumpen radioaktiv verseuchten Wassers aus der Anlage verzögerte sich. Auch das Einleiten von Stickstoff zur Verhinderung von Wasserstoffexplosionen wurde gestoppt.

lgr/dpa/Reuters