Hausmitteilung 11. Dezember 2000 Beutekunst
Ermuntert durch den Bericht über die Suche nach dem Bernsteinzimmer (SPIEGEL 48/2000), meldeten sich Hobby-Forscher mit eigenen Beobachtungen und Vermutungen über mögliche Verstecke von Beutekunst. Ein SPIEGEL-Leser fand im Nachlass des hoch dekorierten Weltkrieg-II-Jagdfliegers Hans Hahn eine alte Fahrradtasche mit pikantem Inhalt: Es waren Fotos von pornografisch gestaltetem Inventar des Zarenschlosses Gattschina, nahe St. Petersburg. Ein Gutachter ortet die Herkunft der Möbel im 18. Jahrhundert, ein anderer Experte neigt eher zum Jugendstil. Wie auch immer - das Inventar ist verschwunden, die Deutschen haben es 1943 mitgenommen. SPIEGEL-Redakteur Fritjof Meyer spricht denn auch von »erotischer Beutekunst«, die nun möglicherweise in irgendeinem vergessenen Gemäuer oder - schamhaft verhüllt - auf einem Dachboden ruht. Immerhin, Fotos gibt es (Seite 216).