LEITKULTUR Attacken auf Spiegel
Ungewöhnlich heftig hat Otto Graf Lambsdorff den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, angegriffen. In einem Brief beschuldigt der FDP-Politiker Spiegel, die Demonstration gegen Rechtsextremismus am 9. November in Berlin »zu einer parteipolitisch gezielten Polemik benutzt« zu haben. Spiegel hatte der CDU vorgeworfen, mit der Leitkultur-Debatte zur Ausländerfeindlichkeit beizutragen. Lambsdorff nennt Spiegels Beitrag »unfair« und endet mit dem Satz: »Ich habe Ignatz Bubis an diesem Tage vermisst.« Die Diskussion um die Leitkultur führte auch zu einem Eklat in der allerbesten Düsseldorfer Gesellschaft. Der Zentralratsvorsitzende sprach über das Thema beim Gänseessen der Deutschen Bank. Der renommierte Anwalt Udo von Busekist konfrontierte Spiegel mit Erlebnissen als Flakhelfer in Auschwitz. Dort habe er kaum eine Gewalttat gegen Juden gesehen. Um Schlimmeres zu vermeiden, wurde die Veranstaltung hastig beendet.