Afghanistan Amerikaner haben angeblich mehrere al-Qaida-Führer getötet
Washington - Der von den USA ausgerufene Krieg gegen den Terrorismus sei aber noch nicht gewonnen, und zumindest einige der dem Terroristenführer Osama Bin Laden ergebenen Zellen seien noch zu Anschlägen in der Lage. Diese Zwischenbilanz des Afghanistan-Einsatzes zogen US-Regierung und Terrorismusexperten am Mittwoch.
Konteradmiral John Stufflebeem, ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, sagte, dass die Kommunikationsmöglichkeiten von Teilen der al-Qaida-Führung vollständig unterbunden worden seien. "Es wird immer Widerstandsnester geben, die bis zum Tod kämpfen", sagte Stufflebeem weiter. "Die Ausschaltung der Führung und das Zerschlagen der Befehlskette wird aber vieles davon ineffektiv werden lassen."
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Zu Beginn der amerikanisch-britischen Luftangriffe am 7. Oktober wurden 4000 bis 5000 Bin Laden ergebene al-Qaida-Mitglieder in Afghanistan vermutet. Davon wurden mehrere hundert in Bombardements und Bodenkämpfen getötet, schätzen US-Regierungskreise. Das ranghöchste Todesopfer war bislang Mohammed Atif, der als Stellvertreter Bin Ladens galt. Er wurde am 14. November bei einem vom US-Geheimdienst CIA koordinierten Bombenangriff in der Nähe von Kabul getötet. Zwei weitere Mitglieder der "Top 20" in der al-Qaida-Führung, die Ägypter Mohammed Salah und Tarik Anwar al-Said Ahmed, wurden vermutlich bei einem Luftangriff bei Chost Anfang November getötet.
Der schnelle Vormarsch der Nordallianz und der Zerfall der Taliban-Strukturen haben es nach Einschätzung von US-Experten für die al-Qaida-Führung schwer bis unmöglich gemacht, mit Zellen außer- und innerhalb Afghanistans zu kommunizieren. Auch der Geldstrom sei verlangsamt worden. Bin Laden sei nicht mehr in der Lage, Verbindungen ins Ausland aufrechtzuerhalten, sagte der frühere CIA-Anti-Terror-Chef Vince Cannistraro.
Die Gefahr neuer verheerender Anschläge wie die vom 11. September ist damit nach Einschätzung der Experten nicht gebannt. al-Qaida-Zellen planten lange im Voraus, und der CIA hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass Anschlagsvorbereitungen im Gange sind. Einzelheiten wisse man allerdings nicht. "Es scheint klar, dass die Führung Probleme hat, auf der Flucht normal zu funktionieren", sagte ein Gewährsmann. "Was wir nicht wissen ist, in welchem Ausmaß bereits Verschwörungen laufen, die keiner weiteren Anweisungen bedürfen."