Berlusconi "Beginn einer neuen Ära"
Rom - In einer Erklärung kündigte Berlusconi am Montagabend vor seiner Villa bei Mailand den "Beginn einer neuen Ära für alle Italiener" an: "Ich bin überzeugt, Sie alle spüren, dass es notwendig ist, eine Regierung zu haben, die regiert, und einen Premier, der weniger redet, dafür aber mehr und besser arbeitet."
Er werde seine Wahlversprechen nicht vergessen, sondern sie einhalten, sagte er außerdem in einer feierlichen Fernsehansprache. Unter anderem will der Medienunternehmer und Multi-Milliardär in den nächsten fünf Jahren 1,5 Millionen Arbeitsplätze schaffen, die Renten erhöhen und gleichzeitig die Steuern für alle senken. Zugleich bekannte er sich zur europäischen Integration und zur Bindung an die USA. "Ich möchte eine Botschaft an meine Freunde in der Europäischen Union und den USA senden."
Berlusconi-Sieg amtlich
Das Mitte-Rechts-Bündnis des italienischen Medienunternehmers Silvio Berlusconi hat bei den Wahlen die Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments errungen. Das Innenministerium teilte mit, das Bündnis "Haus der Freiheit" aus Berlusconis Forza Italia, der Nationalen Allianz und der Lega Nord habe bei den Wahlen am Sonntag 368 der 630 Mandate im Abgeordnetenhaus erzielt.
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Im Senat stelle die Mitte-Rechts-Koalition 177 der 315 Sitze. Das Mitte-Links-Bündnis des früheren römischen Bürgermeisters Francesco Rutelli stellt danach 242 Abgeordnete und 125 Senatoren. Berlusconi braucht die Mehrheit in beiden Kammern, um zum neuen Ministerpräsidenten gewählt zu werden.
Rutelli gibt sich als starker Verlierer
Kritiker werfen Berlusconi vor, sein Besitz dreier privater TV-Kanäle lasse sich nicht mit dem Amt des Regierungschefs vereinbaren. Der unterlegene Links-Kandidat Francesco Rutelli forderte Berlusconi auf, diesen "Interessenkonflikt zwischen Geschäft und Politik" zu beseitigen. Rutelli kündigte harte, aber konstruktive Opposition an.
Bei der Abstimmung am Sonntag hatte es den ganzen Tag über mehrere hundert Meter lange Schlangen vor Wahllokalen gegeben. Die letzten Wähler konnten erst im Morgengrauen ihre Stimme abgeben. Wegen der verzögerten Auszählungen werden amtliche, vollständige Ergebnisse erst für heute erwartet.