Brasilien: Ex-Parlamentspräsident Eduardo Dunha in Brasília verhaftet - DER SPIEGEL
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Korruptionsverdacht Brasiliens Ex-Parlamentspräsident Cunha verhaftet

Der ehemalige Parlamentspräsident Eduardo Cunha muss sich wegen Verdachts auf Geldwäsche vor Gericht verantworten. Dem 58-Jährigen droht eine lange Haftstrafe.
Der frühere Parlamentspräsident Eduardo Cunha
Der frühere Parlamentspräsident Eduardo Cunha

Der frühere Parlamentspräsident Eduardo Cunha

Foto: ADRIANO MACHADO/ REUTERS
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Der Korruptionsskandal in Brasilien weitet sich aus: Der frühere Parlamentspräsident Eduardo Cunha ist nach Polizeiangaben in der Hauptstadt Brasília festgenommen worden. Der Vorwurf: Cunha soll Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert haben.

Die Verhaftung sei vom zuständigen Richter Sergio Moro angeordnet worden. Es bestehe bei Cunha die Gefahr einer "Störung der öffentlichen Ordnung" sowie Fluchtgefahr, teilte das Justizministerium des Bundesstaats Parana mit. Auf zunächst unbestimmte Zeit soll Cunha in Untersuchungshaft bleiben.

Dem Politiker der rechtsliberalen Partei der demokratischen Bewegung werden Bestechlichkeit und Geldwäsche vorgeworfen. Er soll Schmiergelder in Millionenhöhe bei Auftragsvorgaben des Ölkonzerns Petrobas eingenommen und einen Teil auf Schweizer Konten deponiert haben.

Ermittlungsverfahren mit Hunderten Beschuldigten

Neben Cunha stehen zahlreiche Politiker und Geschäftsleute im Zusammenhang mit Schmiergeldzahlungen unter Verdacht. Ende September wurden der frühere Präsident Brasiliens Lula da Silva sowie der Ex-Finanzminister Guido Mantega festgenommen. Auch sie müssen sich wegen Korruptionsverdachts vor Gericht verantworten.

Unter dem Oberbegriff "Lava Jato" ("Autowäsche") läuft seit 2014 ein komplexes Ermittlungsverfahren mit Hunderten Beschuldigten. Teils verhängten die Gerichte langjährige Gefängnisstrafen. Im Kern geht es um das Korruptionsnetzwerk, das während der Präsidentschaft Lulas entstanden ist.

Im Amtsverfahren gegen Brasiliens gestürzte Präsidentin Dilma Rousseff beteiligte sich der konservative Abgeordnete Cunha intensiv. Rousseff war vorgeworfen worden, Haushaltszahlen geschönt zu haben. Sie selbst weist die Vorwürfe zurück und betrachtet die Entmachtung als "Putsch" von konservativer Seite.

Zwei Wochen später wurde Cunha selbst das Mandat mit 450:10 Stimmen entzogen. Rousseffs Nachfolge trat Michel Temer an, ein Parteifreund Cunhas.

pem/dpa/AFP