Illegaler Grenzübertritt: Nordkorea verurteilt US-Bürger zu acht Jahren Zwangsarbeit - DER SPIEGEL
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Illegaler Grenzübertritt Nordkorea verurteilt US-Bürger zu acht Jahren Zwangsarbeit

Er übertrat die Grenze nach Nordkorea und bekommt nun die Härte des Regimes in Pjöngjang zu spüren: Ein US-Bürger wurde in dem kommunistischen Staat wegen illegaler Einreise zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Möglicherweise nahm der Mann die Strafe bewusst in Kauf.
Verurteilter US-Bürger Gomes: Arbeitslager nach Grenzübertritt
Verurteilter US-Bürger Gomes: Arbeitslager nach Grenzübertritt

Verurteilter US-Bürger Gomes: Arbeitslager nach Grenzübertritt

Foto: Ahn Young-joon / AP
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Seoul - Ein nordkoreanisches Gericht hat einen US-Bürger wegen illegaler Einreise zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Damit hat das kommunistische Land innerhalb von einem Jahr bereits den vierten US-Amerikaner wegen unerlaubten Grenzübertritts festgesetzt.

Im aktuellen Fall habe der 30-jährige Lehrer Aijalon Mahli Gomes die Vorwürfe gestanden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Der Mann soll nun für acht Jahre in ein Arbeitslager und zudem eine Geldstrafe von umgerechnet 580.000 Euro zahlen.

Nordkorea

Gomes wurde nach Angaben der Regierung in Pjöngjang Ende Januar festgenommen, als er von China aus die Grenze nach überquerte. Ihm wurden "feindselige Aktivitäten" zur Last gelegt. Der aus Boston stammende US-Amerikaner hatte in Südkorea als Englischlehrer gearbeitet.

Der Kirchenaktivist Gomes könnte aus Solidarität zu dem US-Missionar Robert Park in das kommunistische Land gereist sein, erklärte ein anderer Aktivist. Park hatte die Grenze an Weihnachten überquert, um auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Er war festgenommen worden, als er über den zugefrorenen Fluss Tumen die Grenze von China aus überschritt. Im Februar hatte die nordkoreanische Regierung Park nach sechswöchiger Haft freigelassen. Zur Begründung hieß es damals, der 28-Jährige habe seinen illegalen Grenzübertritt "aufrichtig bereut".

An dem Prozess gegen Gomes habe ein Vertreter der schwedischen Botschaft in Pjöngjang teilgenommen, berichtete die Agentur KCNA. Das US-Außenministerium hatte Mitte März mitgeteilt, dass die nordkoreanische Regierung einem schwedischen Diplomaten gestattet habe, den Festgenommenen zu besuchen. Die schwedische Botschaft nimmt die diplomatischen Interessen der USA in dem kommunistischen Staat wahr.

Nordkorea hatte in der Vergangenheit mehrfach festgenommene US-Bürger als Druckmittel eingesetzt, um die Regierung in Washington zu Zugeständnissen zu bewegen. Die USA bemühen sich um eine Rückkehr des kommunistischen Landes zu den stockenden Verhandlungen über sein Atomprogramm.

Neben Gomes und Park waren im März 2009 zwei US-Journalistinnen wegen illegalen Grenzübertritts in Nordkorea festgenommen und zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Erst auf Vermittlung des früheren US-Präsidenten Bill Clinton waren Laura Ling und Euna Lee im August wieder freigekommen.

mmq/AFP/apn/dpa