Iran nimmt eigenes Flugabwehrsystem Bawar-373 in Betrieb - DER SPIEGEL
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Bawar-373 Iran nimmt eigenes Flugabwehrsystem in Betrieb

Russland beliefert Iran aufgrund eines umstrittenen Deals mit seinem Flugabwehrsystem. Inzwischen hat Teheran auch ein eigenes System entwickelt: Bawar-373 wurde nun in Betrieb genommen.
Irans Präsident Hassan Rohani (3.v.l.) und Verteidigungsminister Hossein Dehghan (2.v.l.) vor dem Flugabwehrsystem Bawar-373
Irans Präsident Hassan Rohani (3.v.l.) und Verteidigungsminister Hossein Dehghan (2.v.l.) vor dem Flugabwehrsystem Bawar-373

Irans Präsident Hassan Rohani (3.v.l.) und Verteidigungsminister Hossein Dehghan (2.v.l.) vor dem Flugabwehrsystem Bawar-373

Foto: HANDOUT/ REUTERS
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Iran hat ein Flugabwehrsystem entwickelt, das dem russischen Raketensystem S-300 ähnelt. Das System Bawar-373 (Glaube-an-sich-373) wurde in Anwesenheit von Präsident Hassan Rohani von Verteidigungsminister Hossein Dehghan in Betrieb genommen, wie das Ministerium mitteilte. Nach offiziellen Angaben sollen die Luftabwehrraketen Marschflugkörper, Drohnen, Kampfflugzeuge und ballistische Raketen zerstören können.

Teheran und Russland hatten 2007 einen Vertrag im Wert von etwa 740 Millionen Dollar für das Flugabwehrsystem S-300 unterschrieben. Die Lieferung wurde aber wegen des Konflikts über das iranische Atomprogramm ausgesetzt. Daher begann Iran 2010 mit der Entwicklung eines eigenen Flugabwehrsystems.

Nach Ende des Atomstreits hat Russland im April mit der Lieferung der S-300 begonnen und der Vertrag im Wert von mehr als 800 Millionen Dollar soll bis zum Jahresende ganz erfüllt werden. Experten zufolge könnten die Raketen dazu dienen, iranische Atomanlagen vor Angriffen zu schützen. Der Deal wird unter anderem von Israel scharf kritisiert.

Präsident Rohani sagte in einer TV-Ansprache, der Rüstungshaushalt seit im Vergleich zu 2015 verdoppelt worden. "Wenn wir mit den Weltmächten am Verhandlungstisch sitzen, so ist dies wegen unserer nationalen Stärke." Der Verteidigungsminister sagte am Vortag, das System Bawar-373 biete "alle Fähigkeiten des (Systems) S-300".

Die Iraner hätten aber nicht eine "iranische Version des S-300 gebaut", sondern "ein iranisches System". Das mobile S-300 wird in mehreren Varianten gebaut und zerstört mit präziser Lenktechnik gegnerische Flugzeuge oder Raketen. Dazu ortet zunächst eine mobile Radarstation das Objekt. Dann fliegen Raketen mit einem speziellen Erfassungssystem und bis zu 200 Kilometer Reichweite zum Ziel.

Rohani präsentierte auch das erste in Iran entwickelte Triebwerk für einen Kampfjet. Mithilfe dieses Triebwerks könnten Kampfflugzeuge in eine Höhe von bis zu 15.000 Metern aufsteigen, sagte der Präsident. Iran sei "eines von acht Ländern weltweit", die diese Technologie beherrschten.

Iran betont, dass sein Militärprogramm einschließlich der Mittelstreckenraketen nur der Verteidigung des Landes diene. Minister Dehghan sagte, das russische Flugabwehrsystem solle den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stärken und diene damit der Sicherheit aller Länder in der Region.

abl/dpa/Reuters