Malta lässt Rettungsschiff "Ocean Viking" nicht tanken - DER SPIEGEL
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"Ocean Viking" Malta lässt Rettungsschiff nicht tanken

Schon mehrfach hat Malta sich geweigert, aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen. Nun darf das Rettungsschiff "Ocean Viking" eine Tankstation in maltesischen Hoheitsgewässern nicht nutzen.
Rettungschiff "Ocean Viking": Das norwegische Schiff soll im Auftrag der französischen Hilfsorganisation SOS Méditerranée Flüchtlinge vor der libyschen Küste suchen
Rettungschiff "Ocean Viking": Das norwegische Schiff soll im Auftrag der französischen Hilfsorganisation SOS Méditerranée Flüchtlinge vor der libyschen Küste suchen

Rettungschiff "Ocean Viking": Das norwegische Schiff soll im Auftrag der französischen Hilfsorganisation SOS Méditerranée Flüchtlinge vor der libyschen Küste suchen

Foto: Julia Naue/DPA
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Helfern, die in Seenot geratene Flüchtlinge retten, wird die Arbeit zunehmend erschwert. Immer wieder wird ihnen die Einfahrt in europäische Häfen verwehrt, in Italien drohen den Rettern künftig härtere Strafen. Nun lässt Malta das Rettungsschiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen nicht tanken.

Für Mittwochabend sei eine Uhrzeit vereinbart gewesen, zu der die "Ocean Viking" an einer Tankstation in den maltesischen Hoheitsgewässern habe betankt werden sollen, erklärte eine Sprecherin von SOS Méditerranée der Nachrichtenagentur dpa.

Der Termin sei von einem Vermittler bestätigt worden. Die maltesischen Seefahrtsbehörden hätten dann aber über Funk mitgeteilt, dass es für die Betankung keine Berechtigung gebe. Es werde nun nach einer anderen Lösung für die Zwischenzeit gesucht, erklärte die Sprecherin. Aus Malta gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Die "Ocean Viking" ist auf dem Weg von Marseille in das Mittelmeer vor Libyen, um dort nach Migranten in Seenot Ausschau zu halten. Es ist der erste Einsatz, den die Organisationen mit dem Schiff fahren. Bis vergangenes Jahr waren die NGOs mit der "Aquarius" unterwegs.

Rettern drohen härtere Strafen in Italien

Erst vor wenigen Wochen hatte der Fall von Carola Rackete international für Aufsehen gesorgt und das Thema Seenotrettung wieder in den Fokus gerückt. Die Kapitänin der "Sea-Watch 3" war Ende Juni unerlaubt in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa gefahren. Das Schiff hatte mit Dutzenden aus Seenot geretteten Menschen an Bord zuvor tagelang auf eine Genehmigung gewartet. Rackete wurde im Hafen festgenommen und unter Hausarrest gestellt, dann aber wieder freigelassen.

Um ähnliche Fälle zu verhindern, will Italien Retter von Migranten künftig härter bestrafen, wenn sie mit ihren Schiffen unerlaubt in die Hoheitsgewässer des Landes fahren. Der italienische Senat hat ein Gesetz gebilligt, das Strafen in Höhe bis zu einer Million Euro vorsieht und den Behörden auch ermöglicht, Schiffe zu konfiszieren.

asc/dpa

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