Machtdemonstration in Nordkorea Kim Jong Un feiert Raketentest als "größten Erfolg"
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
Foto: KCNA/ AFPUngeachtet der internationalen Verbote feuerte das nordkoreanische Militär eine ballistische Rakete von einem U-Boot ins Meer - und ist mit dem Testverlauf offenbar sehr zufrieden. Machthaber Kim Jong Un habe den Start als "größten Erfolg" feiert, berichteten Staatsmedien. Der Test sei unter Kims Anleitung "erfolgreich und ohne negative Auswirkungen auf die Nachbarländer ausgeführt worden".
Es ist ein bewährtes Muster in Nordkorea: Auf Raketentests und internationale Kritik folgt Propaganda für die vermeintliche militärische Stärke und Lob der Führung in Pjöngjang. Auch dieses Mal nutzt Kim Superlative und geht noch einen Schritt weiter: Nordkorea habe sich damit "in die erste Reihe der Militärmächte eingefügt, die die volle Fähigkeit für einen Atomangriff haben", zitieren ihn Staatsmedien.
Der Raketentest hatte insbesondere bei den Nachbarn Japan, China und Südkorea heftige Kritik ausgelöst. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs flog die Rakete knapp 500 Kilometer weit und landete dann im Japanischen Meer (Ostmeer) - es handle sich um den bisher längsten Flug einer nordkoreanischen U-Boot-Rakete. Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministerium bestätigte die Berichte über den Raketentest und die Reichweite.
Video : Nordkorea droht mit atomarem Erstschlag
Nordkorea sind Raketenstarts unter Verwendung ballistischer Raketentechnik per Uno-Resolutionen untersagt. Ungeachtet dessen hat das Land in den vergangenen Monaten zahlreiche Fluggeschosse abgefeuert, darunter auch Mittelstreckenraketen. Im April dieses Jahres verbreitete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Fotos vom Start einer U-Boot-Rakete. Diese war nur etwa 30 Kilometer weit geflogen.
Anfang dieser Woche hatte das Regime in Pjöngjang zu Beginn eines alljährlichen Militärmanövers der USA und Südkoreas mit einem atomaren Erstschlag gedroht - mal wieder. Nordkoreas Volksarmee unterstellte beiden Ländern, einen Atomkrieg auf der Halbinsel vorzubereiten.