Suche nach Attentätern Schüsse bei Anti-Terror-Razzia in Paris - mehrere Polizisten verletzt
Suche nach Attentätern: Schüsse bei Anti-Terror-Razzia in Paris - mehrere Polizisten verletzt
Foto: CHRISTIAN HARTMANN/ REUTERSIm Pariser Vorort Saint-Denis sind am Morgen während eines Polizeieinsatzes Schüsse gefallen: Sondereinsatzkräfte der Polizei seien auf der Suche nach einem der Verdächtigen der Anschläge vom Freitag in der französischen Hauptstadt gewesen. Dabei wurden in der Nacht zu Mittwoch mehrere Polizisten verletzt. (Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im Liveblog.)
Die Lage vor Ort ist noch unklar: Zunächst hieß es, "zwei der mutmaßlichen Terroristen" seien getötet worden, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP innerhalb einer Wohnung. Anderen Fernsehberichten zufolge kam bei den Schusswechseln ein Passant ums Leben. Beides ist jedoch noch nicht bestätigt. Außerdem hieß es, drei Personen seien festgenommen worden, nun ist von "mindestens einer" die Rede.
Laut dem Radiosender Europe 1 halten sich weiterhin mindestens sechs Personen in dem Appartement auf. Drei Verdächtige seien festgenommen worden, eine Person sei verletzt. Drei Personen sind laut dem Bericht tot, darunter eine Frau, die einen Sprengstoffgürtel trug.
Um 4.30 Uhr begann es im Stadtzentrum der nördlichen Pariser Vorortsgemeinde Saint-Denis laut Augenzeugen mit lauten Explosionen, danach war schweres und sehr lautes Gewehrfeuer zu hören. Immer wieder waren Schüsse zu hören, bis nach 6 Uhr. Die Operation läuft noch.
Fotostrecke: Schüsse bei Anti-Terror-Einsatz
Gegen 7.30 Uhr waren erneut heftige Explosionen zu hören, nachdem es zuvor vorübergehend still gewesen war. Auf BFMTV ist zu sehen , wie immer mehr Einsatzkräfte zusammengezogen werden. Elitekommandos haben sich vor der Wohnung in einem Appartementkomplex aufgebaut.
Das Viertel mitten in der Hauptstadt bei der Rue Gabriel Péri ist komplett abgesperrt. Geschäfte und Schulen bleiben vorerst geschlossen.
Ziel offenbar Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud
Terrorist Abaaoud: Mutmaßlicher Drahtzieher der Terroranschläge
Foto: Islamistisches Propaganda-MagazinIm Fernsehen sind schwer bewaffnete Spezialkräfte der Sondereinheit Raid zu sehen. Laut Berichten soll sich die Operation gegen Abdelhamid Abaaoud richten. Der Belgier mit marokkanischen Wurzeln soll die Terrorserie vom Freitag organisiert haben. Der führende belgische IS-Terrorist war eigentlich in Syrien vermutet worden. Es wäre sehr überraschend, wenn er sich in Paris aufhalten würde.
Laut der Nachrichtenagentur AFP sprach die Feuerwehr von einem Einsatz gegen Bewaffnete, die sich in einer Wohnung verschanzt hätten. Wie der Sender BFMTV berichtet , läuft der Einsatz der Spezialkräfte in der Nähe der Kathedrale Saint-Denis.
Aus Polizei- und Justizkreisen hieß es am frühen Morgen, die Verdächtigen verschanzten sich weiterhin in der Wohnung. Die Anwohner wurden von der Polizei aufgefordert, sich auf den Boden zu legen und in ihren Wohnungen zu bleiben. France Info berichtet von Detonationen vor Ort. Ein Hubschrauber kreist derzeit über Saint-Denis, um das Gelände zu überwachen.
Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte einen Einsatz in Saint-Denis im Zusammenhang mit den Anschlägen vom Freitagabend mit 132 Toten. In dem Stadtteil im Norden der französischen Hauptstadt befindet sich die Fußballarena Stade de France, die eines der Ziele der Anschläge war.
Die französische Polizei sucht mit Hochdruck nach Verdächtigen, die an den Attentaten beteiligt waren: Nach dem 26-jährigen Salah Abdeslam wird auch in Belgien gefahndet. Am Dienstagabend tauchte ein Video auf, das auf einen möglichen weiteren flüchtigen Attentäter hindeutet.