Raketenangriff Irak will zurückschlagen
Bagdad/Dubai/Moskau - Nach einer Sitzung des irakischen Revolutionsrates unter Leitung von Präsident Saddam Hussein in der Nacht zum Samstag hieß es in einem offiziellen Kommunique: "Wir werden sie am Boden, in der Luft und zur See bekämpfen, und ihre Aggression wird in einem Fehlschlag enden." Die Angriffe und Drohungen der USA "und der zionistischen Gebietseinheit" (Israel)würden Bagdad nicht "entmutigen".
Russland nahm die Berichte über die neuen Bombenangriffe, bei denen nach irakischen Angaben zwei Menschen getötet und elf (darunter zwei Kinder) verletzt wurden, "mit Besorgnis" auf. Der russische Außenamtssprecher Alexander Jakowenko erinnerte daran, dass Moskau "auf der Einhaltung und Achtung aller Resolutionen des UN-Weltsicherheitsrates zum Irak" bestehe. Alle Maßnahmen, die internationalem Recht widersprächen, könnten eine Regulierung des Irak-Konflikts nur erschweren.
Zwei Dutzend amerikanische und britische Kampfflugzeuge hatten am Freitagabend im Irak bei den massivsten Luftangriffen seit zwei Jahren nach US-Angaben fünf militärische Kommando- und Radarstellungen in der Umgebung von Bagdad zerstört. Das Pentagon sprach von einer Reaktion auf eine zunehmende Bedrohung durch den Irak. US-Präsident George W. Bush nannte den Angriff Teil einer Strategie und eine "Routineoperation".
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Es seien fünf Ziele bombardiert worden, hieß es in einer Erklärung des Pentagons. Die Angriffe hätten militärischen Kommando- und Radareinrichtungen gegolten. Aus dem Weißen Haus verlautete, Präsident George Bush habe die Angriffe am Vortag angeordnet. Die Alliierten hätten in den vergangenen Jahren immer wieder die Einhaltung der Flugverbotszonen durchgesetzt. So auch diesmal, sagte Bush in einer Pressekonferenz mit dem mexikanischen Präsidenten Vicente Fox.
US-Generalleutnant: Alle Ziele erreicht
Generalleutnant Gregory Newbold erklärte, mit dem zweistündigen Angriff seien alle Ziele erreicht worden. Er schloss weitere Attacken vorerst aus. Newbold begründete die Angriffe mit zunehmenden Provokationen der Iraker in den vergangenen zwei Monaten. So sei der Radius des Radars ausgeweitet worden und habe damit weit in die Flugverbotszonen hereingereicht, wo es eine Bedrohung der alliierten Flugzeuge dargestellt hätten. Außerdem hätten die Iraker ihre Technik verbessert. Newbold sagte, es habe sich damit um einen Akt der Selbstverteidigung gehandelt.
An der "Routineoperation" seien 24 Flugzeuge beteiligt gewesen, sagte der Pentagonsprecher. Es soll sich um Kampfflugzeuge vom Typ F-15, F-16 und F-18 gehandelt haben. Nach diesen Angaben blieben die Flugzeuge während der Operation in der Flugverbotszone.
In der Vergangenheit hatten die Amerikaner mehrfach Ziele in der Flugverbotszone angegriffen. Nach Angaben von Experten wurde aber seit zwei Jahren keine Ziele außerhalb der Zone attackiert. Im Dezember 1998 hatten die USA und Großbritannien mit massiven Luftangriffen auf den Irak auf Behinderungen internationaler Waffenkontrollen durch Bagdad reagiert.