Spanien: Polizei durchsucht vor Referendum Kataloniens Regierungssitz - DER SPIEGEL
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Vor Unabhängigkeitsreferendum Spanische Polizei durchsucht Kataloniens Regierungssitz

Die spanische Polizei hat mehrere Büros der katalanischen Regionalregierung in Barcelona durchsucht - es gab Festnahmen. Die Region will in zwei Wochen über eine Loslösung von Madrid abstimmen.
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Die Militärpolizei hat nach Angaben der regionalen Behörden die Büros der katalanischen Abteilungen für Wirtschaft und Außenpolitik sowie des Regierungschefs durchkämmt. Die Beamten stellten dabei unter anderem Josep Maria Jove - die rechte Hand von Vize-Regierungschef Oriol Junqueras. Den Zeitungen "El Mundo" und "El Pais" zufolge wurden insgesamt zwölf Menschen festgenommen.

Die spanische Zentralregierung in Madrid versuche auf allen Wegen, das für den 1. Oktober geplante Unabhängigkeitsreferendum zu verhindern, sagte ein Sprecher der Regionalregierung.

Spaniens Regierung betrachtet die Volksabstimmung als illegal. Die Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen mehr als 700 katalanische Bürgermeister eingeleitet, die das geplante Unabhängigkeitsreferendum unterstützen.

Die Regionalregierung unter Carles Puigdemont hatte im September beschlossen, das Referendum abzuhalten, und den Termin auf den 1. Oktober festgesetzt. Das spanische Verfassungsgericht erklärte das in Barcelona beschlossene Referendumsgesetz für ungültig. (Lesen Sie hier mehr zur geplanten Abstimmung.)

Katalonien geht es um mehr politische Macht und Selbstbestimmung. Die Zentralregierung beklagt unter anderem, dass sie zum Beispiel im Bereich Bildung Kompetenzen abgeben muss. Auch aus wirtschaftlichen Gründen will die Region die Unabhängigkeit. Sie ist hochindustrialisiert, große Chemie- und Medikamentenfirmen sind dort beheimatet, die VW-Tochter SEAT stellt dort einen Großteil ihrer Autos her. Katalonien zahle viel Geld an Madrid und werde im Gegenzug zu wenig gefördert, argumentieren die Separatisten.

apr/brk/AFP