Terror in Kenia: Palästinensische Gruppe bekennt sich zu Anschlägen - DER SPIEGEL
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Terror in Kenia Palästinensische Gruppe bekennt sich zu Anschlägen

Die bislang unbekannte Palästinensergruppe "Armee Palästinas" hat sich zu den beiden Terroranschlägen in Mombasa bekannt. Bei einem Selbstmordattentat auf ein überwiegend von Israelis besuchtes Hotel in der Hafenstadt starben mindestens 13 Menschen. Zeitgleich wurden Raketen auf ein israelisches Passagierflugzeug abgeschossen.
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Mit dem weißen Pajero fuhren die Attentäter in den Hoteleingang hinein

Mit dem weißen Pajero fuhren die Attentäter in den Hoteleingang hinein

Foto: AFP
Soldaten und Sanitäter in den Ruinen des "Paradise"-Hotels

Soldaten und Sanitäter in den Ruinen des "Paradise"-Hotels

Foto: AP
Von oben wird die Zerstörungskraft der Bombe sichtbar

Von oben wird die Zerstörungskraft der Bombe sichtbar

Foto: AP
Für die Passagiere des Arkia-Fluges ließ die Anspannung erst nach der Landung in Tel Aviv nach

Für die Passagiere des Arkia-Fluges ließ die Anspannung erst nach der Landung in Tel Aviv nach

Foto: AFP
Israelische Sicherheitsleute, Luftfahrttechniker und Journalisten begutachten Schäden an der beschossenen Boeing

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Foto: AP
Israels Premierminister Ariel Scharon nahm die Nachricht von den Anschlägen fassungslos entgegen

Israels Premierminister Ariel Scharon nahm die Nachricht von den Anschlägen fassungslos entgegen

Foto: AFP
Ein Passagier fotografierte aus der Arkia-Maschine einen israelischen Luftwaffenjet, der das Flugzeug bis nach Tel Aviv begleitete

Ein Passagier fotografierte aus der Arkia-Maschine einen israelischen Luftwaffenjet, der das Flugzeug bis nach Tel Aviv begleitete

Foto: REUTERS
Das einstige Urlauber-Paradies ist völlig verwüstet worden

Das einstige Urlauber-Paradies ist völlig verwüstet worden

Foto: DPA
Am Eingang des Hotelgeländes schieben kenianische Polizisten Wache

Am Eingang des Hotelgeländes schieben kenianische Polizisten Wache

Foto: DPA

Nairobi - Die Gruppe bekannte sich zu beiden Angriffen in einem an eine westliche Nachrichtenagentur in der libanesischen Hauptstadt Beirut übermittelten Erklärung. In dem Schreiben heißt es, die "Armee Palästinas" habe zwei Gruppen von Attentätern in das afrikanische Land gesandt, damit "die Welt wieder die Stimme der palästinensischen Flüchtlinge hört und um das Schlaglicht auf den zionistischen Terrorismus im Westjordanland und dem Gazastreifen zu richten".



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Unter den Opfern des Anschlags auf das "Paradise-Hotel" sind laut Polizei mindestens drei Israelis, sieben Kenianer sowie die drei Selbstmordattentäter. Zwei der drei getöteten Israelis sind nach Angaben des Außenministerium in Jerusalem kleine Mädchen. Mindestens 80 Menschen, darunter weitere Kinder, Touristen und Hotelangestellte, wurden verletzt - 25 von ihnen schwer.



Wie ein Polizeisprecher in der Küstenstadt sagte, ist das Hotel nahezu komplett zerstört. Es sei nicht auszuschließen, dass sich weitere Opfer unter den Trümmern befänden. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe des "East African Standard" brennt das Gebäude noch immer. Feuerwehrleute versuchten vom Feuer eingeschlossene Gäste aus deren Zimmern zu retten. Die verletzten Hotelgäste sollen von Maschinen der israelischen Luftwaffe heimgeflogen werden. "Wir waren gerade im Hotel angekommen, als es zu der Explosion kam. Wir wollten gerade die Lobby verlassen, da brach überall Feuer aus. Hier herrscht wirklich völliges Chaos, einige Leute wurden schwer verletzt", beschrieb die Israelin Linoi die Szene. "Wir ließen alle Sachen fallen und rannten um unser Leben."



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Die Explosion sei am Morgen 8.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MEZ) vermutlich durch einen Selbstmordattentäter verursacht worden, hieß es. Augenzeugen berichten, ein Auto habe eine Barriere vor dem Hotel in Kikambala bei Mambasa durchbrochen. Ein Barkeeper aus einem dem Hotel "Paradise" gegenüber gelegenen Hotel gab an, drei arabisch aussehende Männer hätten ihr weißes Allrad-Fahrzeug vom Typ "Pajero" in den Empfangsbereich des Hotels hineingesteuert. Dort sei es dann explodiert. Anderen Augenzeugen zufolge wurde die Explosion durch eine schwere Bombe verursacht, die in einem roten Geländewagen unmittelbar vor der Hotel-Lobby explodierte.

Rund um das zertrümmerte Hotelgebäude waren Feuer und Rauch zu sehen. Die Explosion ereignete sich nach BBC-Angaben als zwei oder drei Busse mit israelischen Touristen in dem Hotel erwartet wurden. CNN-Angaben zufolge waren gerade 146 israelische Gäste dabei, an der Rezeption einzuchecken. Das Hotel gehört Fernsehberichten zufolge einem israelischen Eigentümer.

Die Israelin Schiri sagte einem Reporter der israelischen Tageszeitung "Haaretz", die Reisegruppe sei gegen 5.00 Ortszeit in Mombasa gelandet. "Wir hatten gerade eingecheckt und wollten zum Speisesaal. Dann war das diese gewaltige Explosion, und jeder rannte ins Freie zum Strand, weil das Hotel anfing zu brennen. Praktisch alle Gäste hier sind Israelis."



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Mehrere Familien kamen aus der Stadt Beer Schewa in Südisrael nach Mombasa, um dort die "Bar Mizwa", die jüdische Konfirmation ihrer Söhne zu feiern. "Wir wollten dem Chaos (in Israel) entkommen und nun dieses!", klagte eine Augenzeugin im israelischen Rundfunk.

Die kenianische Polizei teilte mit, dass in der Nähe Mombasas zwei Verdächtige festgenommen wurden. Nähere Informationen dazu sind bislang nicht bekannt.

Anschlag auf israelisches Flugzeug

Nahezu zeitgleich meldete das israelische Außenministerium einen Anschlag auf ein israelisches Flugzeug, ebenfalls in Mombasa. Beim Start der Chartermaschine der israelischen Arkia-Gesellschaft seien zwei Raketen auf die Maschine abgefeuert worden, die jedoch ihr Ziel verfehlten. Lediglich Splitter der Geschosse hätten den Jet getroffen. Der Pilot habe einen Blitz an der linken Seite der Maschine bemerkt.

Die Besatzung des beschossenen Flugzeugs bereitete nach Fernsehangaben zunächst eine Notlandung in Nairobi vor, entschied dann aber, den Flug 582 nach Tel Aviv doch fortzusetzen. Inzwischen ist die Maschine dort sicher gelandet. Nach offiziellen Angaben waren 260 Passagiere und zehn Besatzungsmitglieder an Bord.

Die israelische Fluggesellschaft El Al erließ sofort nach Bekanntwerden der Meldungen aus Mombasa ein vorläufiges Startverbot für all ihre Maschinen im Ausland.



Botschafter vermutet al-Qaida hinter Anschlägen

John Malan Sawe, Kenias Botschafter in Israel, hat das internationale Terrornetzwerk al-Qaida für die beiden Anschläge in Mombasa verantwortlich gemacht. Er habe keinerlei Zweifel, dass al-Qaida dahinter stecke, sagte er dem israelischen Armeesender. Diese Darstellung wird von Geheimdienstlern und Terrorismus-Experten geteilt.

Kenia war 1998 bereits Ort eines schweren Terroranschlags. Nahezu zeitgleich gingen Bomben in der amerikanischen Botschaft in Nairobi und im tansanischen Daressalam hoch. Dabei wurden 231 Menschen getötet.

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