Terrorwarnung Angst um die Freiheitsstatue
New York - Das FBI gab die neue Warnung kurz vor einem der wichtigsten Reisewochenenden in den USA aus: An den "Memorial Days" wird der Opfer der Kriege gedacht. Hunderttausende Amerikaner starten dann in einen Kurzurlaub oder besuchen Familienangehörige.
Die Informationen über mögliche Anschläge auf Sehenswürdigkeiten wie die Freiheitsstatue basieren offenbar auf den Aussagen von Gefangenen auf dem kubanischen US-Stützpunkt Guantanamo Bay, wo viele mutmaßliche Mitglieder von Osama Bin Ladens Terrornetzwerk al-Qaida inhaftiert sind.
Die Sicherheitsvorkehrungen in New York wurden verstärkt. Man habe sich auf "alle Eventualitäten" eingestellt, sagte Polizeichef Raymond Kelly. So seien angesichts der bevorstehenden Flottenschau Sicherheitszonen im Wasserbereich vor den Vereinten Nationen sowie den Touristeninseln Ellis und Liberty errichtet worden. Dort könne kein Schiff näher als 150 Meter heranfahren. Die Freiheitsstatue selbst wurde nach den Anschlägen vom 11. September geschlossen und seitdem nicht wieder für Touristen freigegeben. Zur Flottenschau werden 22 große Schiffe erwartet, darunter sechs Kriegsschiffe.
Am Rathaus und auf den Zufahrten zur Brooklyn-Brücke waren am Dienstag zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz. Gouverneur George Pataki rief die Menschen dazu auf, New York und seine Sehenswürdigkeiten trotz der Drohungen zu besuchen. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Bedrohung uns unsere Freiheit und unsere Zuversicht nimmt", sagte Pataki. Dies gelte umso mehr, als es auch in absehbarer Zukunft weitere Drohungen geben werde. Zuvor hatte bereits die US-Regierung vor etwaigen neuen Anschlägen des al-Qaida-Netzwerks gewarnt. Ein landesweiter Alarm wurde vorerst aber nicht gegeben.