Tora Bora Der Maulwurf-Krieg der Amerikaner
Tora Bora/Washington - Die siegreichen Truppen stoßen auf viele völlig erschöpfte oder getötete Kämpfer. Die gefangenen Araber und Taliban seien nicht mehr kampfeswillig, berichtete ein Reporter des britischen Senders BBC. Sie hätten große Angst, von den paschtunischen Milizen an die US-Truppen übergeben zu werden. Bislang seien keine führenden al-Qaida-Leute getötet oder gefangen genommen worden. Wo sich Terroristenanführer Osama Bin Laden aufhält, ist völlig unklar.
Erfolgsaussichten, den Terror-Anführer Bin Laden in den Höhlen von Tora Bora im Osten Afghanistans zu finden, sind ungewiss. US-Außenminister Colin Powell sagte dem Fernsehsender NBC, die Suche nach Osama Bin Laden könne noch Jahre dauern. Powell betonte, der Kampf gegen das Terrornetzwerk al-Qaida sei mit der Einnahme von Tora Bora nicht beendet. Al-Qaida sei zwar in Afghanistan weitgehend zerstört, weltweit müssten aber noch viele weitere Zentren der Organisation vernichtet werden.
Unterdessen haben US-Kampfflugzeuge in der Nacht zum Montag ihre Angriffe auf die Bergfestung Tora Bora fortgesetzt. Nach einer fünfstündigen Unterbrechung am Sonntag beschoss die Luftwaffe während der ganzen Nacht wieder Ziele in dem Gebiet. Zudem wurden Flugzeuge vom Typ AC-130 eingesetzt, die mit Bordkanonen bestückt sind. Milizen der Ostallianz berichteten am Montagmorgen von US-Spezialeinheiten, welche die Höhlen der Zone durchsuchten.
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Der Oberbefehlshaber des Afghanistan-Einsatzes, General Tommy Franks, sagte im Sender ABC, die Taliban-Gegner hätten noch nicht das ganze Gebiet um Tora Bora unter Kontrolle. US-Soldaten und Kämpfer der Ostallianz würden alle Schluchten und jede Höhle gründlich durchsuchen.
Die USA hatten Bin Laden ursprünglich in dem Höhlensystem von Tora Bora vermutet. Von dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September fehlte aber am Montagmorgen noch jede Spur.
Nach Angaben des britischen Senders BBC suchten die Truppen aus den USA und Großbritannien nach rund 2000 geflohenen al-Qaida-Terroristen, die noch in der Gegend vermutet werden. Ein Reporter des Senders berichtete, die Kämpfer Bin Ladens hätten sich in kleine Gruppen aufgespalten und hielten sich in den Bergen von Tora Bora auf. Ob der Terroristenanführer selbst noch dort ist, sei weiterhin unklar.
Auch afghanische Kämpfer lokaler Paschtunenmilizen, die die Höhlen am Sonntag erobert hatten, beteiligten sich an der Suche. Kommandeure der Paschtunen hielten es für möglich, dass Bin Laden und viele seiner Kämpfer nach Pakistan geflohen seien.
Die BBC berichtete von erbitterten Kämpfen zwischen US-Soldaten und al-Qaida-Terroristen. Es sei schwer, die fliehenden Kämpfer Bin Ladens zu verfolgen, da das Gelände zum Teil vermint sei. US-Soldaten seien auf Bergspitzen stationiert worden, um die Region zu überwachen. Außerdem hätten die USA mehrere Flugzeuge herangeholt, die bei der Suche helfen sollen.