Schweiz: Öcalan-Fahnen auf Demonstration in Bern
Proteste gegen Erdogan Türkei bestellt Schweizer Vizebotschafter ein
Eine Demonstration in der Schweizer Bundesstadt Bern hat die Regierung in Ankara auf den Plan gerufen. Am frühen Samstagabend bestellte das türkische Außenministerium den Schweizer Vizebotschafter ein.
Die Demo hatte sich gegen die Politik des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan und seine Partei AKP gerichtet. Auf der Kundgebung sei unter anderem ein Banner gesichtet worden, auf dem zu einem Attentat auf Erdogan aufgerufen wurde, heißt es aus dem türkischen Außenministerium.
Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, an der Demonstration hätten Anhänger der in der EU verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK teilgenommen.
Tatsächlich ist auf Fotos der Veranstaltung ein großes Banner zu sehen, auf dem sich eine Pistole auf den Kopf von Erdogan richtet. "Tötet Erdogan" steht darauf, und etwas kleiner darunter "mit seinen eigenen Waffen". Fahnen mit dem Konterfei des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan wurden ebenfalls geschwenkt.
Banner und Fahne auf der Demonstration in Bern
Foto: RUBEN SPRICH/ REUTERSLaut einem Online-Bericht der "Neuen Zürcher Zeitung" war die Kundgebung von einem breiten Bündnis verschiedener Parteien, Organisationen und kurdischen Vereinen ausgerufen worden. Kurz zuvor habe es eine unangekündigte Demonstration von 200 Erdogan-Gegnern aus der linksautonomen Szene gegeben. Beide Veranstaltungen seien friedlich verlaufen.
Auf der erlaubten Kundgebung hielten laut "NZZ" unter anderem der Präsident des schweizerischen Gewerkschaftsbundes, die Basler Nationalrätin der Grünen sowie die Genfer SP-Nationalrätin Laurence Fehlmann Reden.
In einer Mitteilung rief das türkische Außenministerium die Schweizer Behörden dazu auf, Teilnehmer der Demonstration strafrechtlich zu verfolgen.