Venezuela: Proteste gegen Präsident Nicolás Maduro, Kämpfe mit der Polizei - DER SPIEGEL
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Berufsverbot für Oppositionsführer Tausende demonstrieren gegen Venezuelas Präsidenten

Venezuelas Oppositionsführer Henrique Capriles darf 15 Jahre keine öffentlichen Ämter bekleiden. Nun gehen Tausende gegen Präsident Maduro auf die Straße, es kommt zu Zusammenstößen mit der Polizei.
Polizisten und Demonstranten in der venezolanischen Hauptstadt
Polizisten und Demonstranten in der venezolanischen Hauptstadt

Polizisten und Demonstranten in der venezolanischen Hauptstadt

Foto: CARLOS GARCIA RAWLINS/ REUTERS
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Tausende Gegner des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro in Venezuela sind auf die Straße gegangen. Bei den Protesten in der Hauptstadt Caracas ist es zwischen Demonstranten und Polizisten zu Auseinandersetzungen gekommen.

Beamte feuerten Tränengas in die Menge, berichtete die Zeitung "El Nacional".  Einige Demonstranten warfen Steine auf die Polizisten.

Zuvor hatte die Polizei zahlreiche Metrostationen geschlossen und Kontrollstellen an großen Straßen in die Hauptstadt eingerichtet. "Die Regierung hat Angst", sagte eine Demonstrantin. "Hätte sie keine Angst, würde sie die Straßen nicht absperren und Capriles disqualifizieren."

Der Oppositionspolitiker Henrique Capriles hatte Tags zuvor vom nationalen Rechnungshof für 15 Jahre Berufsverbot erteilt bekommen. Er dürfe in dieser Zeit keine öffentlichen Ämter ausüben. Ihm werden "administrative Unregelmäßigkeiten" vorgeworfen. Unter anderem soll er Vertragsgesetze gebrochen haben.

Regierungskritiker bezeichneten das Verbot als Willkür. Es ziele nur darauf ab, populäre Politiker auszuschalten. Dem Gouverneur des Bundeslandes Mirandas werden gute Chancen für die im kommenden Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen eingeräumt. Capriles hat sich bereits zweimal um das Präsidentenamt beworben.

Demonstration in Caracas

Demonstration in Caracas

Foto: CHRISTIAN VERON/ REUTERS

"Nicolás Maduro, sieh dich vor!", sagte der Politiker an die Adresse des Präsidenten und kündigte Proteste an - mit Erfolg: Die Demonstranten hielten am Samstag Schilder mit der Aufschrift "Nein zur Diktatur" hoch.

Gegen Maduro finden bereits seit einiger Zeit Proteste statt, zuletzt wurden sie wieder intensiver. Bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kam am Donnerstag ein Mann ums Leben.

Staatschef Maduro regiert seit über einem Jahr weitgehend mit Notstandsdekreten. Die Opposition, die im Parlament die Mehrheit hat, kämpft seit Monaten für eine Volksabstimmung über eine Amtsenthebung des Präsidenten. Sie macht ihn für die schwere Wirtschaftskrise verantwortlich, die durch den starken Ölpreisrückgang seit 2014 verschärft wurde.

Dem Land droht der Rauswurf aus dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur. Die Anhänger Maduros werfen seinen Gegnern dagegen vor, einen Wirtschaftskrieg entfacht zu haben.

sun/dpa/Reuters