Barsche Kritik - DER SPIEGEL
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Barsche Kritik

Die CDU lasse sich alles von Strauß gefallen, weil sie in sich zerstritten und ihr Vorsitzender ohne Rückgrat sei -- so das CDU-Organ »Niedersachsen-Zeitung« (Herausgeber: der niedersächsische CDU-Chef Wilfried Hasselmann) in einem Beitrag von Hasselmann-Intimus Helmut Rieger. Auszüge:
• aus DER SPIEGEL 35/1979
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Strauß hat sich mit dem Recht dessen als Kandidat durchgesetzt, dessen »Truppe« entschlossener ist, und nicht nur das: Sie hat vor allem Machtinstinkt »ton einer Kaltblütigkeit, von der die CDU nicht einmal mehr träumen mag. Was die SPD erst mühsam buchstabieren lernen mußte -- nämlich ein Verhältnis zur Macht -, das hat die CDU in den Jahren der Opposition verloren, ohne es zu merken. Sie lädt andere dazu ein, sie zu Paaren zu treiben. Sie will gar nicht mehr regieren. Sie trauert nur noch um Mandate, die sie verlieren könnte. Sie ist ein Club zur Rettung von Diätenträgern, nicht eine Partei mit Machtanspruch ...

Die CSU brauchte zu Straußens Erfolg die CDU nur so zu nehmen, wie sie ist: ein in sich zerstrittener Haufen, nicht fähig zum Pokern, ohne Disziplin in den Führungsgremien, mit einigen Leuten im Präsidium, die nicht die CDU, sondern sich oder wahlweise ihre Abneigungen durchsetzen sollten. Kohl hat das alles mit angerichtet, mit einem Rückgrat, das keines war, mit einer Politik, die vor ihrer eigenen Wahrheit ein schlechtes Gewissen kriegte, mit einem Lavieren, das sich kühn für folgerichtig hielt. Aber der schlimmste Kohl konnte so schlimm nicht sein, als daß nicht guter Wille und Korpsgeist ihn hätte auffangen können. Daran hat es geradezu grausam gefehlt ...

Strauß statt Spaltung: Diese Devise ist nicht Import aus Bayern, sondern Eigenwuchs der CDU. Wer so gegen sich selbst operiert, bei dem stimmt etwas, einiges nicht ... Sie (die CDU) hat sich für Strauß nicht aus Überzeugung, sondern aus Verzweiflung entschieden. Sie hatte ja keine Courage und Lust mehr zu sieh selbst.

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