Bedingungen der CDU - DER SPIEGEL
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Bedingungen der CDU

• aus DER SPIEGEL 23/1993
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Massiv versucht die Berliner CDU, die Gründung der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg politisch zu beeinflussen. »Autonomie und Staatsferne« hatten die beiden Landesregierungen der geplanten Nachfolgeinstitution der früheren West- und Ost-Berliner Akademien zugesichert, als sie den Staatsvertrag aushandelten. Im Sommer vorigen Jahres hatte die Kampagne der CDU begonnen. Der stellvertretende Berliner CDU-Fraktionschef, Uwe Lehmann-Brauns, übergab der West-Berliner Akademie eine Liste mit 35 Namen von Personen, »deren Wahl in die Akademie Bedingung ist«, so ein Vermerk. Andernfalls werde Lehmann-Brauns »seiner Fraktion die Zustimmung zum Staatsvertrag nicht empfehlen« können. Neben Künstlern wie Wolf Biermann, Sarah Kirsch, Monika Maron, Erich Loest, Vaclav Havel und Andrzej Szczypiorski zählt der Parlamentarier auch Journalisten, Übersetzer oder Essayisten auf, deren künstlerisches Werk »nicht gerade akademieverdächtig ist«, wie es in der Berliner Senatsverwaltung heißt. Zuspruch erhielt Lehmann-Brauns vom Bundeskanzler, der Ende April persönlich gegen die Übernahme von 44 Mitgliedern der einstigen Ost-Berliner Akademie intervenierte.

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