FUSSBALL Clean vom Frisör
Die zweite bekannt gewordene, in den USA analysierte Haarprobe von Christoph Daum entlastet den ehemaligen Trainer von Bayer Leverkusen nicht. Die Staatsanwaltschaft in Koblenz, die wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, will Daum umgehend vernehmen, sobald er wieder in Deutschland ist. Falls Daum, der zurzeit in Amerika Urlaub macht, nicht innerhalb von zwei Wochen zurückkommt, beabsichtigen die Koblenzer, den Fall an die Kölner Kollegen abzugeben. Auch dort wird Daum wegen seines mutmaßlichen Kokainkonsums als Beschuldigter in einem Verfahren geführt.
Daum hat womöglich schon im Sommer gewusst, dass die Fahnder ihm auf den Fersen sind. Ein einschlägig vorbestrafter Daum-Fan hatte Informationen über die Telefonüberwachungen im Umfeld Daums gestreut - darunter bei einer ehemaligen Fußballspielerin aus Bayern und einem Spielervermittler aus Stuttgart.
Die Staatsanwälte haben im Gegensatz zu Daum »volles Vertrauen« in die Analyse-Ergebnisse der Kölner Rechtsmedizin. Deren Resultate seien nicht mit dem Befund in den USA zu vergleichen, sagt auch Hans Sachs, Vizepräsident der Internationalen Gesellschaft für Haaranalytik. Die privaten Labors wählten andere, weniger feine Methoden und hätten extrem hohe Schwellenwerte. Nur wer noch vor kurzer Zeit Drogen konsumiert habe, gelte als positiv. Zudem verfälsche Daums neuer Kurzhaarschnitt den Vergleich. Als Trainer hatte er zuletzt fingerlange Haare, jetzt sind sie kaum länger als drei Zentimeter - kurz genug, um bei grobmaschiger Analyse als clean zu gelten.