AfD Server werden von Hackern angegriffen - DER SPIEGEL
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Kontonummern und falsche Bestellungen Hacker spähen erneut AfD-Daten aus

Bankdaten, Privatadresse, Fake-Bestellungen: Die AfD ist erneut das Ziel von Hackern geworden. Die Eurokritiker haben Strafanzeige erstattet.
Computer: Bei der AfD auf der Suche nach Bankdaten
Computer: Bei der AfD auf der Suche nach Bankdaten

Computer: Bei der AfD auf der Suche nach Bankdaten

Foto: Oliver Berg/ dpa
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Berlin - Die Unbekannten hinter Austria Anonymus spotteten: "Immer diese Aufregung, wenn man mal aus dem Telefonbuch vorliest …". So lautet ein Tweet der Hacker. Denn kürzlich tauchten auf ihrer Seite ganze Listen mit Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Mitgliedern des sächsischen Landesverbands der Alternative für Deutschland (AfD) auf.

Die Eurokritiker sind seit Wochen Ziel von Hackerangriffen. Inzwischen ist das Landeskriminalamt in Berlin eingeschaltet, wo die Server der Partei stehen. Es geht um hochsensibles Material. "Es werden Kontodaten und Adressen von einzelnen Parteimitgliedern erspäht und falsche Bestellungen aufgegeben", sagt der Pressesprecher der AfD, Christian Lüth, am Freitag SPIEGEL ONLINE.

Verwundert musste die AfD-Führung um Vorstandssprecher Bernd Lucke feststellen, dass sogar Abrechnungen im Netz kursieren. "Unter anderem sind bei Austria Anonymus auch schon Rechnungen für Plakate aufgetaucht, unter anderem aus den Landtagswahlkämpfen", berichtet Lüth. Die Bundesgeschäftsstelle hat in allen Fällen Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet und juristische Schritte eingeleitet.

Hacker attackierten schon mehrmals die AfD, die erst vor eineinhalb Jahren gegründet wurde, kürzlich in die Landtage von Sachsen, Thüringen und Brandenburg einzog und im Februar mit Hamburg in das erste westdeutsche Landesparlament gelangen will. Die Täter werden vornehmlich in der linken Szene vermutet. In den vergangenen Wochen wurden auch zwei E-Mail-Accounts des Servers alternativefuer.de gehackt. "Über zwei Millionen Spam-E-Mails sind über den hauseigenen Server von Dritten verschickt worden, so dass der E-Mail-Verkehr der Geschäftsstelle für mehrere Tage lahmgelegt gewesen ist", heißt es bei der AfD.

"Unsere Website wurde mehrfach kurz vor den Landtagswahlen durch externe Angriffe zeitweise lahmgelegt und war temporär nicht erreichbar", berichtet Lüth, der lange Jahre Mitglied der FDP war und noch in der vergangenen Legislaturperiode für einen Bundestagsabgeordneten der Liberalen arbeitete. Eine solche Häufung von Hackerattacken wie jetzt bei der AfD habe auch er noch nicht erlebt.

Die AfD-Führung ist nicht nur wegen des Ausspähens der Konten von Parteimitgliedern besorgt. Denn Hacker versuchten auch bereits, im Netz gezielt gefälschte Nachrichten in Umlauf zu bringen. Kurz vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen wurde ein Twitter-Account der AfD Hessen geknackt und darüber anschließend rechtsextreme Parolen verbreitet.

Die Partei versucht, die Hackerangriffe abzuwehren. Dafür wurde ein Team von externen Informatikfachleuten und Sicherheitsexperten engagiert. Es solle "den genauen Tathergang, mögliche Lücke oder Lücken im System und die Hacker feststellen", heißt es bei der AfD.