AfD-Vorsitzender Jörg Meuthen sieht nach parteiinternem Streit Mehrheit der AfD hinter sich - DER SPIEGEL
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Meuthen über schlechte AfD-Werte "Kräht bei den nächsten Wahlen 2021 kein Hahn mehr"

AfD-Co-Chef Meuthen sieht seinen Rückhalt in der Partei nach dem Streit über eine mögliche Aufspaltung der AfD nicht geschwächt. Auch die schlechten Umfragewerte der Partei in der Coronakrise beunruhigten ihn nicht.
AfD-Co-Chef Meuthen: "Legitime kritische Stimmen"
AfD-Co-Chef Meuthen: "Legitime kritische Stimmen"

AfD-Co-Chef Meuthen: "Legitime kritische Stimmen"

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Paul Zinken/ dpa

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Im Streit über den Umgang mit dem "Flügel"-Netzwerk der AfD war Jörg Meuthen zuletzt innerparteilich stark kritisiert worden. Nun sagte der AfD-Vorsitzende, er sehe die Mehrheit seiner Partei hinter sich. Er werte dies als Bestätigung, seinen Kurs fortzuführen, für den er auf dem Parteitag im vergangenen Dezember gewählt worden sei. Dass die AfD in Umfragen seit Anfang der Coronakrise an Zuspruch verliert, beunruhigt ihn demnach nicht.

"Für meine innerparteiliche klare Linie weiß ich eine sehr große Mehrheit meiner Parteifreunde hinter mir", so Meuthen. Jetzt halte er Wort und setze das um, was er bei der Kandidatur zum Parteivorsitz angekündigt habe.

Dass er dafür neben sehr viel Zuspruch auch Gegenwind von jenen bekomme, "die diesen Kurs nicht teilen und dies vernehmlich zur Kenntnis bringen", sei normaler Bestandteil innerparteilicher Demokratie. "Wer das nicht aushält, darf gar nicht erst antreten", sagte er.

Meuthen hatte Anfang April in einem Interview eine mögliche Aufspaltung der AfD und die Abspaltung des Höcke-"Flügels" ins Spiel gebracht. "Jeder weiß, dass der 'Flügel' und dessen maßgebliche Exponenten uns ganz massiv Wählerstimmen im bürgerlichen Lager kosten, und ich denke auch, dass die ordoliberalen Ansichten des bürgerlich-konservativen Teils der AfD noch bessere Ergebnisse im staatspaternalistisch geprägten Wählermilieu des 'Flügels' verhindern", hatte Meuthen gesagt.

Der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla und andere Mitglieder der Parteispitze reagierten empört . Meuthen räumte schließlich ein, das Interview sei ein Fehler gewesen. Der AfD-Bundesvorstand bekräftigte später in einem Beschluss die Einheit der Partei.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die rechtsnationale Strömung in der AfD als rechtsextreme Bestrebung  ein.

"Everybody's Darling geht nicht und ist auch kein sinnvolles Ziel"

In dem Interview sagte Meuthen nun, er gehe mit den "legitimen kritischen Stimmen" gelassen um, da er sich "von einer breiten Mehrheit aus der Mitte der Partei heraus" getragen wisse, so Meuthen. "Everybody's Darling geht nicht und ist auch kein sinnvolles Ziel."

Dass die AfD in Wählerumfragen derzeit schlechter abschneide als bei der Bundestagswahl 2017, beunruhige ihn nicht. Das seien Momentaufnahmen, danach "kräht bei den nächsten Wahlen 2021 kein Hahn mehr". Seit Ausbruch der Coronakrise waren die Rechtspopulisten in Umfragen zuletzt stark abgesackt.

mst/dpa