Ahaus Castor rollt im März
Düsseldorf/Karlsruhe/Biblis - Nach Angaben des Innenministeriums in Nordrhein- Westfalen vom Mittwoch müssen wie beim letzten Transport im März 1998 Tausende von Polizisten zur Sicherung eingesetzt werden.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter hatte bereits vor Jahresfrist fünf neue Transporte von abgebrannten Brennelementen aus den Atomkraftwerken Biblis, Neckarwestheim und Philippsburg nach Ahaus genehmigt. Wegen angeblich knapper Lagerkapazitäten hatte vor allem Biblis auf einen baldigen Termin gedrängt. Ein genaues Datum für den Transport will das NRW-Innenministerium nicht öffentlich bekannt geben. Innenminister Fritz Behrens (SPD) hatte dies im Oktober damit begründet, dass Gewalttäter Aktionen besser planen könnten.
In Nordrhein-Westfalen haben Polizisten in der ersten Märzhälfte eine Urlaubssperre, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch mit. Für Baden-Württemberg rechnet man mit bis zu 4000 Beamten, die zur Sicherung des Transportes eingesetzt werden müssen. Eine Urlaubssperre gebe es allerdings nicht, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Ein konkretes Datum für den Transport ist auch in Neckarwestheim noch nicht bekannt. "Es gibt keine Terminfestlegung, zur Zeit sind noch Sondierungen im Gang", sagte der Sprecher der Energie Baden-Württemberg AG, Klaus Wertel, in Karlsruhe.
Bei dem Castortransport nach Ahaus waren 1998 insgesamt rund 30.000 Polizeibeamte aus mehreren Bundesländern und Beamte des Bundesgrenzschutzes im Einsatz. Damals war es zu erheblichen Ausschreitungen gekommen. Hunderte von Atomkraftgegnern waren in Gewahrsam genommen und mehr als 160 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Die meisten wurden eingestellt.