Anschlag auf Beer Das BKA ermittelt
Berlin/Wiesbaden - Die grüne Politikerin war während einer Pressekonferenz in der Hauptstadt bemüht, den Angriff herunterzuspielen. Sie spreche absichtlich nicht von einem Attentat, sondern von einem "Zwischenfall", sagte Beer. Sie habe zwei Stichverletzungen am Arm davongetragen, die ärztlich behandelt wurden. Weitere Einzelheiten wollte Beer nicht mitteilen. Das sei den Ermittlungsbehörden vorbehalten. Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden will im Laufe des Tages noch eine Erklärung zu dem Fall abgeben.
Gegen die in Schleswig-Holstein beheimatete Beer hatte es mehrfach Morddrohungen gegeben, an deren Aufklärung das BKA und die Kieler Staatsanwaltschaft arbeiten. Unter anderem ist der grünen Wehrexpertin eine tote Maus mit der Mitteilung "Erst hängt die Katze, dann Du" in den Hausbriefkasten gesteckt worden. Außerdem wurden Beschimpfungen an ihr Bürofenster geschmiert. Nachdem in Schleswig-Holstein zwei ihrer Wahlkampfveranstaltungen nach Störungen beendet worden waren, hatte Beer für öffentliche Veranstaltungen Personenschutz erhalten.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben sowohl in der linken autonomen Szene als auch in rechtsextremistischen Kreisen. Aus der Friedensbewegung wird die Grünen-Politikerin angefeindet, weil sie im Gegensatz zum linken Flügel ihrer Fraktion den Nato-Luftangriffen auf Jugoslawien zugestimmt hatte. Andererseits soll sich Beer in ihrem Wahlkreis Neumünster auch mit der Neonazi-Szene angelegt haben.