Asbestverseuchung Klagewelle gegen Bundeswehr
Hamburg - Die Opfer litten zum Teil an schweren Lungenschäden, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf entsprechende Statistiken des bundeswehreigenen "Organisationsdienstes für nachgehende Untersuchungen" in Bonn. Diese seien womöglich durch Asbestpartikel verursacht worden, die in die Atemwege gelangt seien und dort unter anderem Krebs auslösen können. Neben 1200 beim Organisationsdienst registrierten Erkrankungen seien 900 weitere Meldungen bei der Marine in Kiel eingegangen.
Bislang weigere sich die Bundeswehr weitgehend, Anträgen von Erkrankten oder Hinterbliebenen auf eine Entschädigung stattzugeben. Die Bundeswehr bleibe bei ihrer Haltung, obwohl ein bereits 1996 in Auftrag gegebenes Gutachten eine zu hohe Asbestbelastung auf Schiffen der Bundesmarine festgestellt habe. Die Gutachter hätten einen "dringenden Handlungsbedarf" konstatiert. Für die Studie seien 743 Soldaten untersucht worden. Bei 15,3 Prozent von ihnen hätten die Gutachter Lungengewebsschädigungen entdeckt, die auf Asbestkontakt zurückgehen könnten. Nach Einschätzung von Experten könnten somit bis zu 4500 Soldaten, die bei der Marine Dienst haben, betroffen sein.