Asienreise Schröder auf Klassenausflug
Kuala Lumpur Die Größe der Handelsdelegation um den Bundeskanzler erinnert eher an einen Klassenausflug als an eine imposante Demonstration wirtschaftlicher Stärke Deutschlands. Schuld an der Rumpfmannschaft, die Schröder auf seiner fünftägigen Asien-Reise begleitet, ist die derzeit in Fernost grassierende Lungenkrankheit Sars.
Schröder und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement geht es vor allem darum, die Zusammenarbeit mit den Staaten des asiatischen Wirtschaftsraums Asean zu verbessern. Deutschland pflegt bereits intensivere Handelsbeziehungen zu diesen Staaten als zu den USA.
Der Kanzler will Malaysia, Singapur, Indonesien und Vietnam besuchen. Alle vier Reiseziele weisen vergleichsweise hohe Wachstumsraten auf. Sie liegen zwischen 3,4 Prozent in Singapur und 6,2 Prozent in Vietnam. Auch Sars wird nach einer Schätzung aus deutschen Regierungskreisen nur Einbußen von 0,3 Prozentpunkten zur Folge haben.
Singapur ist der wichtigste Wirtschaftspartner in der Region mit einem Außenhandelsvolumen von 7,7 Milliarden Euro und deutschen Direktinvestitionen von 4,3 Milliarden. 600 deutsche Firmen sind dort ansässig. In Indonesien mit seinen Tausenden Inseln hat die deutsche Wirtschaft vor allem Interesse an Schiffbauprojekten. Vietnam ist als Land auf dem Weg von der kommunistischen in die marktwirtschaftliche Gesellschaft von besonderem Interesse.
Zu Beginn jedoch traf Schröder am Montag in der malaysischen Verwaltungshauptstadt Putrajaya mit Ministerpräsident Mahathir Mohamed zusammengetroffen. Bei dem Gespräch sollte es nach offiziellen Angaben neben Handelsfragen auch um den Irak-Krieg und Fragen der weltweiten Sicherheit gehen. Auch die Beteiligung von Siemens am Bau einer 680 Kilometer langen Bahnstrecke sollte nach Erwartung von Beobachtern zu den Gesprächsthemen zählen.
Nach seinem Treffen mit Mahathir, der im März vergangenen Jahres in Berlin zu Besuch war, wollte Schröder das höchste Gebäude der Welt besichtigen, die Petronas-Towers in Kuala Lumpur. Anschließend standen ein Besuch beim König und ein Abendessen mit Ministerpräsident Mahathir auf dem Programm.