Atom-Abfall Castor-Transport erreicht Gorleben
Dannenberg - Die Castoren waren am Abend ohne Zwischenfälle in Dannenberg von der Schiene auf Lkw verladen worden. Auf der letzten Etappe nach Gorleben hatten mehrere hundert Demonstranten die beiden möglichen Routen trotz eines gerichtlichen Verbots blockiert. Die Polizei löste die Sitzblockaden auf.
Zuvor hatten Polizeikräfte bereits Sitzblockaden von Atomkraftgegnern in den Orten Groß Gusborn und Langendorf geräumt. Die Einsätze verliefen überwiegend friedlich.
Gegen 7.20 Uhr starteten die Schwerlastwagen am Verladebahnhof in Dannenberg. Aufgrund einer Panne musste der Konvoi mit insgesamt zwölf Lkw bei der Ausfahrt zunächst wieder stoppen. Der siebte Tieflader blieb mit einem Motorschaden liegen und blockierte die nachfolgenden Laster. Nach Reparaturarbeiten setzte der gesamte Transport seine Fahrt fort.
Bis 1 Uhr nachts waren die Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich auf der Station von Schienenwaggons auf die LKW umgeladen worden. Durch den achten Castor-Transport nach Gorleben, der von dem tödlichen Unfall eines Demonstranten in Frankreich überschattet wurde, soll sich die Zahl der Behälter mit hochradioaktiven Müll in dem Zwischenlager von 44 auf 56 erhöhen. In der Betonhalle bei Gorleben dürfen die gusseisernen Castoren bis zu 40 Jahre lang gelagert werden.