Atomgespräche: Der Durchbruch steht offenbar bevor - DER SPIEGEL
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Atomgespräche Der Durchbruch steht offenbar bevor

Heute Abend soll das entscheidende Gespräch zwischen Regierung und Stromwirtschaft stattfinden. Beim Kanzler treffen sich die Verhandlungspartner. Noch gibt es strittige Themen, aber die Zeichen stehen gut für einen Konsens.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Eingeladen hat Bundeskanzler Gerhard Schröder die Vorstandschefs der vier größten Kernkraftwerksbetreiber sowie die Minister für Umwelt und Wirtschaft, Jürgen Trittin (Grüne) und Werner Müller (parteilos).

Zu den wichtigsten Punkten einer Einigung gehörten bis zuletzt vor allem die Festlegung der noch zu erzeugenden Strommengen und des Datums, an dem das letzte der 19 Atommeiler in Deutschland abgeschaltet werden soll. Letztes strittiges Thema war die Einbeziehung des wegen Erdbebengefährdung schon seit Jahren stillgelegten Atomreaktors in Mülheim-Kärlich bei Koblenz. Der Betreiber wollte dessen Restlaufzeiten auf seine übrigen Anlagen angerechnet haben.

Die rot-grüne Koalition hatte sich darauf geeinigt, für Kernkraftwerke eine Höchstlaufzeit von 30 Jahren festzulegen. Die Industrie beanspruchte bisher 35 Jahre. Auf Arbeitsebene haben sich beide Seiten inzwischen darauf geeinigt, statt bestimmter Laufzeiten Strommengen festzulegen, die noch geliefert werden dürfen. Moderne Atommeiler könnten dann länger am Netz bleiben als veraltete.

Die SPD-Regierung in Niedersachsen erwartet von einem Atomkonsens auch ein neues Endlagerkonzept für den Atommüll. Das sagte Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner. Bislang ist der Schacht Konrad in Vechelde bei Salzgitter in Niedersachsen als Endlager für schwachaktiven Atommüll vorgesehen. Jüttner befürwortete ein gemeinsames Endlager für alle Sorten von Atommüll. Davon gehe auch die Koalitionsvereinbarung von SPD und Grünen aus.