Atommüll: Der Castor rollt - DER SPIEGEL
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Atommüll Der Castor rollt

Nach vier Jahren rollt seit heute früh erstmals wieder ein Transport mit deutschem Atommüll in Castor-Behältern ins Zwischenlager Gorleben. Der Zug startete am frühen Morgen im französischen Valognes.
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Paris/Gorleben - Der Transport startete gegen 6 Uhr 50 - etwa 20 Minuten später als geplant. Über eine von Greenpeace  installierte Webcam ließ sich die Abfahrt live im Internet verfolgen. Der Zug wird vermutlich am späten Abend die deutsch-französische Grenze erreichen und dort bereits von Atomkraftgegnern erwartet. Im Wendland kündigten Castor-Gegner an, die Bahngleise zu besetzen.

Die sechs Castor-Behälter mit Glaskokillen sollen am Dienstag in Niedersachsen eintreffen und nach bisherigen Plänen bis Mittwochabend ins Zwischenlager Gorleben gebracht werden. Die Initiative "X-tausendmal quer" rief dazu auf, am Montag die Bahngleise bei Wendisch Evern zu besetzen. Die Polizei hatte im Vorfeld mehrfach darauf hinwiesen, Sitzblockaden nicht zu dulden. Entlang der Castor-Strecke gilt beiderseits der Gleisanlagen in einem Bereich von 50 Metern ein Demonstrationsverbot.

Zudem sind für heute Mahnwachen an allen Bahnübergängen geplant, sagte eine Sprecherin der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Eine Fahrrad-Demonstration solle zum Castor-Verladekran in Dannenberg führen.

Am Wochenende hatten die Bürgerinitiativen eine Serie von Protestaktionen gestartet. Am Samstag demonstrierten in Lüneburg weit mehr als 10.000 Menschen gegen den Transport. Am Sonntag nahmen mehrere hundert Trecker an einer kilometerlangen "Stunkparade" der Bäuerlichen Notgemeinschaft teil. Kurzzeitige Gleisbesetzungen wurden weitgehend gewaltlos beendet. Auch an der deutsch-französischen Grenze gab es erste Aktionen von Castor-Gegnern.

Ein Zwischenfall ereignete sich am Sonntagnachmittag bei Dannenberg: Eine Castor-Gegnerin wurde verletzt, als ein vermutlich mit Rechtsradikalen besetztes Auto in die Menge von Demonstranten raste. Die Polizei stellte in dem Auto nationalsozialistische Symbole sicher.

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