Atomtransport Ankunft in Frankreich
Hamburg/Wörth - Am späten Dienstagnachmittag hatte der Atomzug den Bahnhof im südpfälzischen Wörth verlassen. Der Transport mit drei Atommüllcontainern aus den Kraftwerken Stade und Brunsbüttel wurde anschließend von zwei französischen Loks in Richtung zu der etwa zwölf Kilometer entfernten deutsch-französischen Grenze gezogen. Ziel ist die Wiederaufbereitungsanlage La Hague in Nordfrankreich.
Vor dem Eintreffen des Zuges in Wörth, der letzten Station auf deutschem Boden, habe die Polizei im Staatsforst bei Hagenbach in der Südpfalz fünf Atomkraftgegner in Gewahrsam genommen, sagte eine Polizeisprecherin. Insgesamt nahm die Polizei bis zum späten Dienstagnachmittag elf Atomkraftgegner fest. Gegen drei wurde Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erstattet. Die befürchteten Störungen blieben allerdings aus.
Nächtliche Proteste
In der Nacht waren mehrfach Gleise besetzt worden, so dass sich der Transport kurzzeitig verzögert hatte. Polizeiangaben zufolge waren die Störungen jedoch nicht gravierend, gewaltsame Auseinandersetzungen gab es nicht. In Lüneburg hatten nach Angaben des Bundesgrenzschutzes etwa 40 Atomgegner 20 Minuten lang die Gleise blockiert, bei Uelzen gelang es 30 Demonstranten, die Transporte für 50 Minuten zu blockieren. Gegen 4.30 Uhr hatten die Transporte den Bahnhof in Maschen südlich von Hamburg verlassen, nachdem die Züge aus Brunsbüttel und Stade dort zusammengekoppelt worden waren.
Zuvor hatten sich gegen 0.30 Uhr vor Stade zwei Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood an die Gleise gekettet und den Atomtransport vorübergehend blockiert. Nach Angaben der Polizei dauerte die Blockade maximal 30, nach Angaben von Atomkraftgegnern rund 90 Minuten. Der Transport aus Brunsbüttel, der kurz vor 23.00 Uhr gestartet war, rollte weitgehend störungsfrei durch Hamburg; lediglich 14 Atomgegner hatten sich im Stadtteil Harburg vorübergehend auf den Gleisen aufgehalten.
Nach Angaben des Anti-Atom-Bündnisses "X-Tausendmal Quer" wird es bis zum Stopp der Wiederaufarbeitung 2005 noch etwa 500 Atomtransporte nach La Hague oder in die britische Atomfabrik Sellafield geben. Das deutsche Atomforum sprach am Dienstag von 80 bis 100 Transporten pro Jahr. Forumpräsident Gert Maichel verwies allerdings darauf, dass weitere Transporte nötig seien, um deutschen Atommüll nach der Wiederaufarbeitung zurückzuholen.