Atomtransport Castor-Gegner triumphieren
Dannenberg - Der Castor-Transport ins Atommüll-Zwischenlager Gorleben verzögert sich wegen des hartnäckigen Widerstands im Wendland mit Sicherheit um einen Tag. Der Zug mit den sechs Castor- Behältern werde an diesem Mittwoch höchstens noch die restlichen 25 Kilometer bis zur Umladestation in Dannenberg zurücklegen können, sagte ein Polizeisprecher. "Wir werden definitiv nicht ins Zwischenlager Gorleben weiterfahren." Wegen einer spektakulären Gleisblockade von Atomkraftgegnern bei Süschendorf auf halber Strecke zwischen Lüneburg und Dannenberg konnte der Zug nicht weiterfahren. Atomgegner der Umweltschutzorganisation Robin Wood hatten die Gleise unterhöhlt und jeweils einen Arm unter dem Gleisbett in einbetonierten Rohren aneinander festgemacht. Der Zug war am Morgen nach Dahlenburg zurückgefahren. Dies brachte den Zeitplan durcheinander. Ursprünglich sollte der Zug am Dienstagabend Dannenberg erreichen, wo die Behälter in der Nacht auf Schwerlastwagen für den Weitertransport in das Zwischenlager Gorleben umgeladen werden sollten.
Polizei-Einsatzleiter Hans Jessen sagte, der Beton mit den Rohren müsse schon länger unter den Gleisen gelegen haben. Die Atomkraftgegner hätten sich dann nur noch an die Rohre ketten müssen. Ein Demonstrant konnte schnell befreit werden und in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Versuche, die vier weiteren Demonstranten, darunter ein 16-jähriges Mädchen, zu befreien, scheiterten zunächst an unzulänglichem Werkzeug. Erst am frühen Mittwochnachmittag wurde die Gleisblockade beendet; alle vier Aktivisten seien befreit worden, hieß es. Nach Angaben eines Polizeiarztes sind die Demonstranten stark unterkühlt. In der Nacht war es bis zu minus vier Grad kalt. Vor einer Weiterfahrt des Zuges sollten die Schienen repariert werden. Für den Rest der Bahnstrecke bis zur Umladestation Dannenberg braucht der Zug nach Einschätzung der Polizei eine drei viertel Stunde.