Atomtransport: Der Zug rollt wieder - DER SPIEGEL
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Atomtransport Der Zug rollt wieder

Auf seiner Fahrt nach Frankreich wurde der Atommülltransport doch noch gestoppt. Kurz vor der Grenze ketteten sich Aktivisten an Gleise an, doch Grenzschutzbeamte beendeten die Blockade schnell.
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Wörth - Im rund acht Kilometer vor der französischen Grenze gelegenen Hagenbach hatten zwei an die Gleisen gekettete Aktivisten den Zug zum Stillstand gebracht. Die Beamten schnitten sie los. Anschließend konnte der Zug weiter fahren.

In Wörth (Südpfalz) waren die Waggons aus Biblis (Hessen), Philippsburg (Baden-Württemberg) und Grafenrheinfeld (Bayern) zu einem Zug zusammengekoppelt worden. Am frühen Abend war es dann Richtung französische Grenze. Ziel: die Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) La Hague.

Atomkraftgegner hatten schon am Vormittag an mehreren Orten erfolglos versucht, den Transport durch Gleisblockaden zu verzögern. Die Polizei kesselte mehrere hundert Demonstranten vorübergehend ein. Mehrere Menschen wurden durch den Schlagstock-Einsatz verletzt. Polizei und Bundesgrenzschutz nahmen zahlreiche Protestierer fest.

Der Zug mit insgesamt fünf Behältern ist der erste Atommülltransport nach Frankreich seit einem Verbot durch die alte CDU/FDP-Bundesregierung vor drei Jahren. Die Betreiber von Biblis und Philippsburg kündigten für die kommenden Monate noch mehrere Transporte an.

Gleisblockaden bei Philippsburg

In Sennfeld bei Schweinfurt versuchten am Dienstag mehrere Greenpeace-Aktivisten, die Abfahrt des Zuges mit abgebrannten Brennelementen aus dem bayerischen AKW Grafenrheinfeld mit einer Gleisblockade zu verzögern. Vier Umweltschützer seilten sich von einer Fußgängerbrücke zu den Gleisen ab, weitere vier ketteten sich mit Stahlrohren an den Schienen fest. Die Aktion wurde von Ordnungskräften nach einer dreiviertel Stunde beendet.

Im baden-württembergischen Philippsburg verhinderten Sicherheitskräfte Gleisblockaden von Greenpeace und Robin Wood. Laut Polizei fuhren Aktivisten mit zwei Autos auf Bahngleise und Versuchten, sich festzuketten. Zuvor waren neun Personen festgesetzt worden, weil sie gegen das großflächige Versammlungsverbot verstoßen hatten.