Auswärtiger Dienst Fischer baut um
Berlin - "Als Quereinsteiger, Nicht-Diplomat und Querkopf ist mir klar geworden, dass sich der Auswärtige Dienst von alten Zöpfen trennen muss", sagte Fischer beim ersten Treffen der deutschen Botschafter im Ausland. Der Auswärtige Dienst solle in den nächsten beiden Jahren komplett reformiert werden.
"Der Auswärtige Dienst muss dringend modernisiert werden", betonte der Minister. Dafür gebe es drei Gründe. Das Anforderungsprofil habe sich verändert. Außerdem übernehme Deutschland mehr und mehr Verantwortung für die aktive Gestaltung der Weltpolitik. Zum Dritten spielten auch die Sparzwänge eine Rolle. Die Vertreter der deutschen Botschaften im Ausland forderte Fischer auf, bei dem dreitägigen Treffen offen Kritik zu äußern.
Im Auswärtigen Dienst müssten neue Prioritäten gesetzt werden. Die Sachstandsdiplomatie müsse abgelöst werden. Reformbedürftig sei auch die Personalpolitik. Fischer rief dazu auf, mehr Frauen und jungen Menschen zu fördern.
Zu der Arbeitstagung haben von 212 Leitern deutscher Auslandsvertretungen 197 ihr Kommen zugesagt. Bisher fanden solche Botschafter-Treffen nur auf regionaler Ebene statt. Bei dem Treffen soll vor allem die neue Strategie deutscher Diplomatie im Ausland erörtert werden. Der französische Außenminister Hubert Védrine tritt bei der Veranstaltung als Gastredner auf. Frankreich gilt als Vorbild für die Konferenz. Dort finden die Tagungen jährlich statt.