Autos in Flammen: Merkel verurteilt Berliner Brandanschläge - DER SPIEGEL
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Autos in Flammen Merkel verurteilt Berliner Brandanschläge

Die dritte Nacht in Folge gingen in der Hauptstadt Autos in Flammen auf. Jetzt hat Kanzlerin Merkel die Brandanschläge massiv kritisiert. Von Krawallen wie in London sei Deutschland zwar weit entfernt, die Täter setzten aber "Menschenleben kaltblütig aufs Spiel".
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Wiesbaden/Berlin - Eine Serie von nächtlichen Brandanschläge auf Autos erschüttert Berlin. Jetzt meldet sich dazu Angela Merkel zu Wort. Sie sei sehr besorgt, sagte die Kanzlerin am Donnerstag bei einem Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Bundeskriminalamtes (BKA) am Donnerstag in Wiesbaden.

"Was ist das für ein Verhalten", so Merkel. "Menschenleben werden kaltblütig aufs Spiel gesetzt." Zwar seien deutsche Städte von Krawallen wie in Großbritannien weit entfernt. Doch es sei gefährlich, wenn die Täter nicht nur Autos, sondern auch Kinderwagen in den Fluren von Mietshäusern in Brand setzten. Es sei deshalb wichtig, den Sicherheitskräften in aller Öffentlichkeit den Rücken zu stärken. "Dafür setzt sich die Bundesregierung ein", sagte Merkel.

Zuvor waren in der Hauptstadt zum dritten Mal in Folge in der Nacht Autos angezündet worden. Die Polizeigewerkschaft forderte nun ein hartes Durchgreifen. Abschreckende Urteile seien nötig, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt der "Bild"-Zeitung. Zuletzt waren allein in Berlin mehr als hundert Beamte im Einsatz, um die Täter zu fassen.

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Brandserie in Berlin: Autozündler schlagen wieder zu

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

"Wir sind dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen", sagte Wendt am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Er glaube nicht, dass die Taten rein politische Hintergründe hätten. "Meiner Meinung nach gibt es auch andere Motive, wie Spaß an der Zerstörung und an der Gewalt."

Wachsamkeit gegen den Terror

In ihrer Rede beim BKA ging die Kanzlerin auch auf den internationalen Terrorismus ein. Sie forderte dauerhafte Wachsamkeit. "Der Terror von heute hat viele Gesichter", sagte sie. Mit dem Anschlägen vom 11. September vor zehn Jahren habe das Thema eine neue Dimension gewonnen, sagte Merkel. Dies habe zu einer neuen Bewertung der Bedrohungslage geführt.

Einen vollkommenen Schutz vor Anschlägen kann es Merkel zufolge nicht geben. "So viel wir auch tun, um Anschläge zu verhindern, absolute Sicherheit ist nicht möglich." Das gelte für jede Form von Terrorismus. "Aber wir werden unsere freiheitliche Lebensweise gegen Gewalt und Extremismus aus jeder Richtung verteidigen", betonte sie.

Eine moderne Strafverfolgung funktioniert nach Einschätzung der Kanzlerin überhaupt nicht ohne internationale Kooperation. Daher sei das BKA international vernetzt, unterhalte mit allen entscheidenden Polizeizentralen Beziehungen. Das BKA nehme einen wichtigen Platz innerhalb der Sicherheitsbehörden ein. "Deshalb muss das Bundeskriminalamt stark sein, und es muss die richtigen Befugnisse haben."

als/dpa/dapd