Bauernverband "Schröder ist inkonsequent"
Berlin - In der vor zwei Jahren beschlossenen Agenda 2000 sei den Bauern die Orientierung am Weltmarkt vorgegeben worden, sagte Born. "Da war nicht die Rede von Verbraucherschutz - wir haben dagegen gehalten." Die "industriemäßigen Bedingungen" seien den Bauern aufgezwungen worden. Zwar seien die Bauern angesichts der BSE-Krise durchaus selbstkritisch. "Aber hier eine große Richtungsdiskussion zu führen, wo es um die Beseitigung einer wirklich gefährlichen Krankheit geht, das ist nicht richtig."
Schröders Verhalten sei deshalb inkonsequent. Er habe schon als Ministerpräsident in Niedersachsen mit der Globalisierung argumentiert und immer empfohlen, "uns leistungs- und wettbewerbsfähig zu machen, um im internationalen Wettbewerb klarzukommen". Wenn die Bundesregierung jetzt auf eine ökologische Landwirtschaft setze, müsse sie diese Haltung auch bei den Verhandlungen in der Welthandelsorganisation WTO über die Agrarwirtschaft gegen die USA durchhalten.
Die kritischen Äußerungen des Kanzlers und der designierten Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) zum Bauernverband seien "schon starker Tobak", doch sei auch "viel Pulverdampf im Moment in der Diskussion". Nötig sei eine "Agrarpolitik, die vom Verbraucher honoriert wird". Dies wirke sich auf die Kosten aus. "Wer erwartet, dass man permanent (...) zu Billigen-Jakob-Preisen mit guten qualitativen Lebensmitteln versorgt wird, der macht die Rechnung ohne den Wirt."