Bayern: Edmund der Erste? - DER SPIEGEL
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Bayern Edmund der Erste?

Stoiber als "Kini"? Ein bayerisches Amtsgericht hat dem CSU-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber mögliche monarchische Ambitionen bescheinigt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Um ihrem Landesherren bei der Einweihung der mittelfränkischen Seenplatte am Brombachsee den Anblick eines Stoiber-kritischen Transparents der Mini-Ökopartei ÖDP zu ersparen, hatten übereifrige Polizeibeamte im Juli 2000 das 3,50 Meter lange Tapetenstück in vorauseilendem Gehorsam sichergestellt.

Das Amtsgericht Weißenborn mochte nun in der inkriminierten Plakatzeile ("Die ÖDP grüßt den Möchtegern-Bayern-Kini Edi S., den Freund der Ölscheichs, Genmultis und Atombarone") keine Missachtung des Ministerpräsidenten erkennen und rügte das Vorgehen der Beamten als eindeutig rechtswidrigen Eingriff in die Meinungsfreiheit.

"Äußerstenfalls", erlaubte sich das Gericht einen augenzwinkernden Seitenhieb auf den Regenten des Freistaats, könne in der Bezeichnung "Kini" die Behauptung gesehen werden, "Dr. Stoiber beanspruche oder hege den Wunsch", König von Bayern zu werden.