Berlin Brennende Autos in Moabit
Berlin/München - Die Wagen wurden zwischen 0.45 Uhr und 3.30 Uhr in Moabit angezündet. Es wurde niemand verletzt. Die Berliner Polizei schloss nicht aus, dass es sich dabei um Nachahmungstaten im Zusammenhang mit den Krawallen in Frankreich handele. Der Staatsschutz übernahm nach Angaben eines Polizeisprechers die Ermittlungen. Die Polizei will zudem ihre Präsenz erhöhen.
Deutsche Politiker warnen unterdessen vor Ausschreitungen auch in der Bundesrepublik. Er befürchte, dass man auch in Deutschland vor Krawallen wie in Frankreich "nicht gefeit" sei, sagte Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) im Bayerischen Rundfunk. Auch in der Bundesrepublik gebe es Parallelgesellschaften von Deutschen und Ausländern. Die Politik habe "die Integration bei weitem nicht so gut geschafft wie erträumt", gab Beckstein zu. Der CSU-Politiker verwies auf die hohe Arbeitslosigkeit unter türkischen Jugendlichen und auf die große Anzahl von ausländischen Kindern, die ohne Abschluss die Schulen verlassen.
SPD-Fraktionsvize Michael Müller sagte im Nachrichtensender N24, dass ähnliche Unruhen auch in Deutschland ausbrechen könnten, "allerdings in anderer Formen". Heute zählten Wachstum und die kurzfristige Ökonomie. Eine Gesellschaft brauche aber "organische Zusammenhänge, sonst geht sie kaputt".
Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele sieht zwar "derzeit keine Anhaltspunkte" für eine ähnliche Entwicklung hierzulande. Allerdings gebe es in manchen Städten Jugendbanden. Deshalb müsse es deutlichere Signale als bisher geben, dass die Gesellschaft sich um die Kinder von Migranten kümmert, sagte er der "Berliner Zeitung".
Der Vorsitzende des deutsch-türkischen Forums in der nordrhein-westfälischen CDU, Bülent Arslan, hält Ausschreitungen in Deutschland für "im Moment nicht denkbar". Allerdings müsse rechtzeitig einer Ghettoisierung entgegengewirkt werden, sagte er im Deutschlandfunk. Bislang gebe es aber in von Ausländern bevorzugten Stadtteilen ein "friedliches Nebeneinander".