Berlin: Deutlich weniger Friedensdemonstranten - DER SPIEGEL
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Berlin Deutlich weniger Friedensdemonstranten

Nach dem Fall Bagdads ist die Bereitschaft zu Protesten gegen den Irak-Krieg in Deutschland offenbar spürbar zurückgegangen.
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Berlin - Am Samstag versammelten sich in Berlin nach Polizeischätzungen rund 5000 Menschen zu einer zentralen Friedensdemonstration, zu der im Rahmen eines weltweiten Aktionstages bundesweit aufgerufen worden war. Die Veranstalter sprachen von 20.000 Teilnehmern. Zeitgleich mit dem Protestzug von der CDU-Bundesgeschäftsstelle zum Brandenburger Tor feierten an der Gedächtniskirche rund 200 Kurden den Sturz von Saddam Hussein.

An den vergangenen Wochenenden hatten sich bei Protestmärschen gegen den Irak-Krieg jeweils mehrere 10.000 Teilnehmer in Berlin versammelt. Im Februar kamen zur größten Friedensdemonstration der deutschen Nachkriegsgeschichte 500.000 Menschen in die Hauptstadt.

Der Protest am Samstag stand unter dem Motto "Friede statt Besatzung". Redner wandten sich vor allem gegen die Rolle der USA im Irak-Konflikt. US-Präsident George W. Bush wurde als Diktator bezeichnet.

Die PDS beendete nach 21 Tagen ihre Dauermahnwache vor der Botschaft der Vereinigten Staaten. Am "Friedenscamp" am Boulevard unter den Linden gegenüber der abgeriegelten US-Vertretung harrten allerdings weiter Protestierer aus. Greenpeace stellte dort einen fast zwei Meter hohen Panzer aus Schokolade auf, der stückweise zu Gunsten eines Mutter-Kind-Heimes in Basra verkauft wurde.

Die Veranstalter des Protestmarsches hatten auch nach der Einnahme der irakischen Hauptstadt an ihrem Demonstrationsaufruf festgehalten: "Das Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung ist gewachsen und auch der Drang, dafür auf die Straße zu gehen", sagte ein Sprecher der "Achse des Friedens" im Vorfeld.

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