Berlin Israelische Botschaft eröffnet
Berlin - Fischer erklärte, die Botschaftseröffnung sei nach den furchtbaren Verbrechen Deutschlands an den Juden "für uns wie ein Wunder, ein großes, unverhofftes Geschenk der Geschichte". Zusammen mit seinem israelischen Amtskollegen Schimon Peres pflanzte Fischer zum Zeichen für Freundschaft und Hoffnung zwei Apfelbäumchen.
"Wir werden es nie wieder zulassen, dass Menschen in Deutschland auf Grund ihrer Religion, Hautfarbe oder Herkunft ausgegrenzt oder verfolgt werden", sagte Fischer. "Wir wollen, dass jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland sicher und frei leben können." Peres appellierte, den Wahrspruch in zahlreichen Holocaust- Gedenkstätten in ganz Europa zu beherzigen: "Unsere Tragödie sollte Euch ein Wahrzeichen sein."
Fischer unterstreicht besondere Beziehungen
Fischer betonte, Israel sei nun mit einem eindrucksvollen Gebäude an dem Ort präsent, von dem aus das Menschheitsverbrechen des Holocaust geplant und durchgeführt wurde. "Die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland werden für beide Seiten immer besondere bleiben."
Zu der Feier mit 2000 Gästen in dem Neubau im Berliner Grunewald galt für die Berliner Polizei höchste Sicherheitsstufe. Der Verkehr rund um die Botschaft im Grunewald wurde weiträumig umgeleitet, Scharfschützen, Panzerwagen und Wasserwerfer sicherten das Gebäude.
Der Neubau entstand nach den Plänen der israelischen Architektin Orit Willenberg-Giladi. Die Tochter von Holocaust-Überlebenden erklärte vor längerer Zeit, ihr Bau solle zeigen, wie sich ein historischer Kreis schließe. Sechs Säulensegmente stehen symbolisch für die sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden. Das Haus solle sowohl die dunkle Vergangenheit als auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zeigen.
Europa und der Nahost-Konflikt
Peres forderte die Europäische Union auf, im Nahostkonflikt eine deutlichere Stellung als bisher gegen die Gewalt beziehen. Es müsse von dieser Seite "Druck gegen Terror und Gewalt" ausgeübt werden. "Ich meine damit nicht einzelne Personen oder Leute", sagte er auf Nachfragen, ob er damit auf Palästinenserpräsident Jassir Arafat anspiele. Peres warf Arafat eine doppelte Strategie vor. Auf der einen Seite tue dieser nichts dazu, den Terror zu beenden, auf der anderen Seite sende er Friedenssignale aus.
Fischer lehnte erneut eine deutsche Vermittlerrolle ab und verwies auf die Europäische Union: "Deutschland wird gemeinsam mit der Europäischen Union alles für beide Seiten tun, dass der Friedensprozess wieder zum Anlaufen kommt." Allerdings seien die Möglichkeiten begrenzt. "Was wir tun können, wollen wir tun. Wir müssen alle Kräfte bündeln."