Berlin Mann verbrennt sich vorm Reichstag
Berlin - Ein 29-jähriger Mann türkischer Herkunft hat sich am Mittwoch vor dem Berliner Reichtagsgebäude verbrannt. Eine Sprecherin des Bundestags teilte mit, der Mann habe sich gegen 15.20 Uhr aus unbekannten Motiven auf der Treppe vor dem Westportal des Parlamentsgebäudes angezündet. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Kurden gehandelt habe. Passanten und Mitarbeiter des Reichstags-Sicherheitsdienstes hätten versucht, die Flammen mit Decken und Mänteln zu ersticken. Ein Krankenwagen habe ihn etwa 15 Minuten später in die nahe gelegene Berliner Charité transportiert, wo nach Angaben von Ärzten nur noch sein Tod festgestellt werden konnte.
Der Leitende Oberarzt der Unfallchirurgie der Charité, Michael Raschke, sagte, der Mann habe sich vermutlich zusätzliche schwere Verletzungen zugefügt, weil er sich brennend von der Treppe heruntergestürzt habe. Die Notärzte hätten ihm am Unfallort nicht mehr helfen können. Die Bundestagssprecherin fügte hinzu, bei dem Mann sei ein türkischer Pass gefunden worden. Es gebe aber keine Hinweise auf die Motive für die Selbstverbrennung. Er habe keinen Brief hinterlassen oder Erklärungen abgegeben.
Anhänger der Kurdischen Arbeiterpartei PKK haben in der Vergangenheit wiederholt mit Selbstverbrennungen gegen die Kurdenpolitik der türkischen Regierung protestiert.