Berlin S-Bahn-Kontrolleure sollen Israeli antisemitisch beleidigt haben
Berliner S-Bahn
Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFPEs geht um eine ungültige Fahrkarte - und es geht um Antisemitismus: Zwei Kontrolleure der Berliner S-Bahn sollen einen israelischen Touristen überprüft und dabei übel beleidigt haben. Das teilte die Polizei mit . Die Männer, so der Vorwurf, nahmen die Personalien des 35-Jährigen am Bahnhof Treptower Park auf, weil dieser nur eine abgelaufene Fahrtkarte bei sich hatte.
Danach hätten sie den Israeli als "jüdisches Schwein" beschimpft, berichtete ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE. Die Kontrolleure, heißt es in einer offiziellen Mitteilung, seien "als südländisch beschrieben" worden. Der Staatsschutz ist eingeschaltet.
Die Deutsche Bahn erklärte auf Anfrage, bei den Verdächtigen handele es sich um Mitarbeiter eines externen Unternehmens, das im Auftrag die Kontrollen durchführt. "Solche Äußerungen wären absolut inakzeptabel", teilte die Bahn mit.
Antisemitismusvorwürfe gibt es auch gegen einen Angestellten eines Burger-Restaurants am Alexanderplatz. Nach Polizeiangaben, soll dort ein 51-jähriger Israeli, ebenfalls als Tourist in der Stadt, einen Kaffee bestellt haben. Der 29-jährige Mitarbeiter des Ladens habe demnach geantwortet: "I don't serve Jews" ("Ich bediene keine Juden").
Immer wieder werden Juden in Berlin antisemitisch beleidigt. Neben Rechtsextremen und Neonazis gehören oft arabischstämmige Menschen zu den Tätern. Der Zentralrat der Juden hatte vor zwei Jahren davor gewarnt, als Jude erkennbar durch Stadtteile wie Neukölln zu gehen, wo zahlreiche arabischstämmige Menschen wohnen.