Fataler Irrtum Behörden schätzten Berliner Autobahnattentäter als ungefährlich ein
Fahrzeug des Attentäters, Motorradwrack auf der Berliner Stadtautobahn A100
Foto: Paul Zinken / dpaDeutsche Sicherheitsbehörden hatten den mutmaßlichen Attentäter von der Berliner Stadtautobahn als ungefährlich eingestuft. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus vertraulichen Unterlagen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge zu Sarmad A. hervor.
In seinem Asylverfahren überprüften die Behörden 2016 auch, ob der Iraker Kontakte zur terroristischen Szene hatte. Damals lagen keine Hinweise darauf vor. Sie hätten im Fall A. "keine Bedenken", hielten die Beamten daraufhin in offiziellen Unterlagen fest - ein fataler Irrtum.
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Am vergangenen Dienstagabend attackierte A. in Berlin mehrere Menschen mit seinem Auto, mutmaßlich absichtlich. Drei Motorradfahrer wurden schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem islamistischen Motiv aus.
Nach der Tat soll A. "Allahu akbar" gerufen und auf der Autobahn einen Gebetsteppich ausgerollt haben. Zudem soll der 30-Jährige in der Vergangenheit Kontakt zu einem islamistischen Gefährder gehabt haben.
Gleichzeitig liegen aber auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes vor. Ein Haftrichter ordnete die Unterbringung in der Psychiatrie an. Der Asylantrag von Sarmad A. war abgelehnt worden.
Eine Abschiebung des Irakers scheiterte an fehlenden Reisedokumenten aus dem Herkunftsland. Ermittelt wird gegen Sarmad A. nun unter anderem wegen versuchten Mordes.