Berliner CDU-Affäre Landowsky gibt auf
Berlin - Den Rücktritt Landowskys bestätigte heute das Mutterunternehmen, die Bankgesellschaft Berlin. Eigentlich wollte Landowsky erst bei der Hauptversammlung am 23. Mai seinen Hut nehmen.
Laut Bankgesellschaft will Landowsky mit seiner Entscheidung den nahtlosen Übergang für seinen Nachfolger ermöglichen. Dieser soll bereits an diesem Donnerstag auf einer Aufsichtsratssitzung der Berlin Hyp berufen werden. Bei einer weiteren Sitzung des Aufsichtsrates der Landesbank Berlin soll auch deren Vorstandschef Ulf Wilhelm Decken abgelöst werden. Weitere personelle Konsequenzen gelten als möglich.
Landowsky war in Folge der CDU-Affäre um die Annahme von 40.000 Mark Spendengeld unter Druck geraten. Der "Berliner Morgenpost" (Donnerstagausgabe) sagte Landowsky nach seinem Rücktritt, er habe nicht gewollt, dass die Bank "noch vier Monate lang durch die Medien wabert". "Die jetzt vollzogene einvernehmliche Entscheidung ist der letzte große Dienst am Konzern und an der Bank, die ich 28 Jahre lang mit aufgebaut habe."
Der Koalitionspartner SPD sowie die Oppositionsparteien PDS und Bündnis 90/Grüne stellten unterdessen im Abgeordnetenhaus jeweils eigene Anträge auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses wegen der Berliner CDU-Parteispendenaffäre und der Finanzlage der Berliner Bankgesellschaft. Die drei Anträge werden voraussichtlich am 15. März im Parlament in erster Lesung beraten. Eine Abstimmung über die Bildung eines Untersuchungsausschusses wird für den 5. April erwartet. Zuvor muss nach Angaben von Politikern der Hauptausschuss über die verschiedenen Anträge beraten und sie eventuell zu einem Antrag zusammenfassen.