BSE-Schnelltests: Start ohne größere Probleme - DER SPIEGEL
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BSE-Schnelltests Start ohne größere Probleme

Die BSE-Pflichttests bei Rindern, die mehr als 30 Monate alt sind, haben in Deutschland ohne größere Probleme begonnen. Wissenschaftler bezeichneten indessen Schnelltests bei noch jüngeren Tieren als unsinnig.
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Berlin - Lediglich in einigen Bundesländern kam es zu Anlaufschwierigkeiten, obwohl derzeit wegen der BSE-Krise kaum Rinder geschlachtet werden. In Schleswig-Holstein sind die Analysen nach Angaben des Umweltministeriums in Kiel erst ab Ende nächster Woche flächendeckend möglich. Auch Brandenburg meldete Engpässe.

Ungetestetes Fleisch von Tieren über 30 Monaten darf seit Mittwoch nicht mehr verkauft werden. Es seien jedoch noch kurz vor Beginn der Test-Pflicht ältere Rinder in größerer Zahl geschlachtet worden und in den Handel gekommen, hieß es im Kieler Ministerium. In Schleswig-Holstein können nach Angaben des Umweltministeriums erst Ende nächster Woche oder Anfang übernächster etwa 50 bis 70 Rinder pro Tag auf die Rinderseuche BSE getestet werden. daher sollen auch Labors im benachbarten Hamburg genutzt werden.

Auch in Brandenburg bleiben nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums zur Schlachtung vorgesehene Rinder vorerst in den Ställen, da es in Landschlachthöfen an Testkapazitäten fehlt. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, zum Teil könnten Testkapazitäten im benachbarten Berlin genutzt werden. Allerdings gehe er davon aus, dass auf Grund der begrenzten Möglichkeiten viele Tiere zunächst nicht geschlachtet werden.

Die Mehrzahl meldet einen reibungslosen Start

Die meisten Bundesländer meldeten aber einen reibungslosen Start der Untersuchungen: Hessen habe rechtzeitig ausreichend viele Tests geordert, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Auch Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen erklärten, sie seien gerüstet.

In Deutschland wurden flächendeckende BSE-Test vergangene Woche per Eilverordnung angeordnet, nachdem ein erster BSE-Fall bei einem deutschen Rind entdeckt worden war. Ein Test kostet etwa 100 Mark. Die Kosten der Untersuchungen sollen an die Verbraucher weitergegeben werden. Das Kilo Fleisch wird dadurch nach Schätzungen um rund 30 Pfennig teurer.

Forscher: Tests bei jüngeren Rindern sind "unsinnig"

Etwa 60 Prozent der Rinder in Deutschland wurden bisher geschlachtet, bevor sie 30 Monate alt wurden. Bei jüngeren Rindern ist die Seuche allerdings nach Expertenmeinung mit den Schnelltests nicht nachzuweisen. Manfred Gareis vom Bundesinstitut für Fleischforschung in Kulmbach sagte, Tests bei erst 24 Monate alten Rindern, wie sie derzeit diskutiert würden, seien bisher wissenschaftlich nicht aussagekräftig und gaukelten dem Verbraucher eine Sicherheit vor, die nicht bestehe. Um auch bei jüngeren Tieren eine Infektion nachweisen zu können, müssten die Tests fortentwickelt werden. Statt "unsinnige Ressourcen für eine Pseudo-Sicherheit auszugeben, muss massiv Geld in die Forschung investiert werden", forderte Gareis.

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