Wechsel an der Parteispitze Sahra Wagenknecht gibt BSW-Vorsitz ab
Wagenknecht in Berlin
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Das Bündnis Sahra Wagenknecht war ihr Projekt, es trägt sogar ihren Namen – doch Parteichefin will Sahra Wagenknecht nicht mehr sein. Die BSW-Gründerin hat auf einer Pressekonferenz in Berlin ihren Rückzug vom Vorsitz angekündigt. Als Nachfolger schlägt Wagenknecht den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi vor. Die bisherige Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali soll ihr Amt behalten.
Mit dem Schritt will Wagenknecht dem BSW jedoch nicht den Rücken kehren, sondern weiterhin an entscheidenden Stellen mitwirken. Nach ihren Angaben plant sie den Aufbau einer Grundwertekommission, die sie auch leiten will. Über diese soll sie weiterhin im Parteivorstand eingebunden sein. »Ich möchte in Zukunft den Kopf wieder freihaben für die Dinge, mit denen ich dem BSW wirklich helfen kann«, sagte Wagenknecht.
Das BSW hatte bei der Bundestagswahl im Frühjahr hauchdünn den Einzug in den Bundestag verpasst. Wagenknecht und ihre Leute verweisen jedoch auf Unregelmäßigkeiten in einigen Wahlkreisen und drängen auf eine Neuauszählung. Einige Experten halten diese ebenso für notwendig. Sollte das BSW doch noch in den Bundestag einziehen, will Wagenknecht Fraktionschefin werden.
Langjähriger Weggefährte
Mit Fabio De Masi tritt nun ein langjähriger Weggefährte und einer ihrer engsten Vertrauten an die Parteispitze. Wie Wagenknecht war De Masi früher Mitglied bei den Linken, saß für die Partei im Europaparlament und im Bundestag. In dieser Zeit machte er sich parteiübergreifend als angesehener Finanzpolitiker einen Namen, galt jedoch innerparteilich als angriffslustig im persönlichen Umgang und als umstritten.
Bei den Linken wurde De Masi mehrfach als aussichtsreicher Kandidat für Spitzenposten gehandelt, etwa für den Parteivorsitz. Seinerzeit verzichtete er noch auf eine Kandidatur.
Amira Mohamed Ali führt seit der BSW-Gründung Anfang 2024 die Partei. Als vergleichsweise unbekannte Linkenabgeordnete war sie 2019 auf Wagenknecht an der Spitze der Linksfraktion im Bundestag gefolgt. Sie galt damals als Kandidatin aus dem Wagenknecht-Lager. 2023 verließt sie die Partei.
Das BSW trifft sich Anfang Dezember in Magdeburg, um über die Zukunft der Partei zu entscheiden.