Bundespräsidentenwahl CSU-Wahlmänner wollen Köhler Stimme verweigern
Berlin - "Einigen bei uns wird die Parteivorsitzende der CDU zu mächtig - da gibt es Warnschüsse", zitiert die "Bild"-Zeitung einen angeblich führenden CSU-Politiker, der nicht namentlich genannt wurde. Ein hochrangiger CDU-Politiker sagte der Zeitung nach deren Angaben: "Köhlers Dankeschön an Merkel kostet ihn mindestens fünf Stimmen." Die Stimmverweigerung von Wahlmännern der CSU im ersten Gang der Wahl am 23. Mai sei aus Verärgerung über Köhlers offenen Einsatz für Merkel als Kanzlerkandidatin zu sehen, schreibt "Bild" weiter.
Köhler hatte sich am Samstag in Berlin vor CDU-Politikern für Merkel ausgesprochen und damit die CSU verärgert. Die Union hat sich bisher nicht auf Merkel als Kanzlerkandidatin festgelegt. Ambitionen hat unter anderem auch CSU-Chef Edmund Stoiber, der bereits bei der letzten Wahl nominiert war.
CSU-Landesgruppenchef Michael Glos hatte Köhlers Aussage mit den Worten verteidigt, man solle nicht alles "auf die Goldwaage" legen, "wenn man mal eine Bemerkung macht, die wahrscheinlich eintreffen wird."
Die Bundesversammlung wählt am 23. Mai einen Nachfolger für Johannes Rau. Union und FDP haben mit zusammen 625 Sitzen in dem Gremium 21 Stimmen mehr als für die absolute Mehrheit von 604 Stimmen erforderlich ist.