Bundespräsidentenwahl: Für Süssmuth gilt Partei vor Geschlecht - DER SPIEGEL
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Bundespräsidentenwahl Für Süssmuth gilt Partei vor Geschlecht

SPD und Grüne haben Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth als mögliche Kandidatin für das Bundespräsidentenamt ins Spiel gebracht. Die liberale CDU-Politikerin will aber nicht für Rot-Grün antreten.
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Hamburg - "Wer von der CDU für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert, entscheidet allein meine Partei", sagte die Ehrenvorsitzende der Frauen-Union der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Süssmuth reagierte damit auf einen von 15 Frauen des öffentlichen Lebens unterzeichneten Aufruf der Zeitschrift "Emma" an alle Parteien, eine Kandidatur Süssmuths zu unterstützen.

Aus der unmittelbaren Umgebung Süssmuths wurde ihre Äußerung nach Angaben der Zeitung als Ausdruck dafür bezeichnet, dass sie nur dann für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren bereit sei, wenn sie von der CDU dafür nominiert werden sollte.

Nach Aussage von "Emma"-Chefin Alice Schwarzer ist Süssmuth bereit, sich als Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Johannes Rau zur Verfügung zu stellen. "Nach einer gewissen Bedenkzeit hat sie Ja gesagt", sagte die Frauenrechtlerin der "Neuen Ruhr/Neue Rhein Zeitung".

In der unter anderem von Schwarzer initiierten Aktion prominenter Frauen hieß es, es sei Zeit für eine Frau im höchsten Staatsamt. Dies befanden unter anderen die Schauspielerin Senta Berger und die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich. Die Initiative appellierte an die Parteien, sich auf die ehemalige Bundestags-Präsidentin zu einigen.

Süssmuth war aus Reihen der SPD und Grünen ins Gespräch gebracht worden. Die SPD-Spitze hat sich darauf festgelegt, dass eine Frau am 1. Juli 2004 die Nachfolge von Johannes Rau antreten soll, der nicht mehr für eine zweite Amtszeit kandidieren will. Innerhalb der Union stößt Süssmuth auf erheblichen Widerstand, weil sie häufig von der Parteilinie abgewichen ist. Zuletzt unterstützte sie das rot-grüne Zuwanderungsgesetz.

Die Bundesversammlung wählt am 23. Mai 2004 den nächsten Bundespräsidenten. Dort haben weder Rot-Grün noch die Union eine eigene Mehrheit. Zünglein an der Waage wird wohl die FDP spielen.

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