Bundeswehr Die Truppe murrt
Berlin - Wilfried Penner, Wehrbeauftragter des Bundestages, nannte die erhöhten Anforderungen durch Auslandseinsätze und wegen der Bundeswehrreform die Ursachen für den enormen Anstieg der Beschwerden in der ersten Jahreshälfte. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) informierte sich am Mittwoch erstmals bei Penner über die Situation in der Bundeswehr. "Ich nehme das alles sehr ernst, was der Wehrbeauftragte und seine Mitarbeiter uns auf den Weg geben", sagte Struck.
Vielen Soldaten empfinden offenbar die auf sechs Monate angelegten Auslandseinsätze als zu lang. Struck zeigte Verständnis für das Klagen, der Auslandseinsatz bringe beschwerliche persönliche Umstände für den einzelnen mit sich.
Penner sagte, der Anstieg der Eingaben um 43 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sei kein Alarmzeichen. Es habe immer Hochs und Tiefs gegeben. Zuletzt sei ein Spitzenwert 1989 verzeichnet worden, der mit einer neuen Dienstzeitregelung in Zusammenhang gestanden habe.
Die Soldaten hätten sich noch nicht daran gewöhnt, dass die Bundeswehr keine reine Verteidigungsarmee mehr sei, sondern eine Armee im Einsatz. Auch materielle Fragen wie die Auslandszulage seien Gegenstand der Eingaben.